62. Nordische Filmtage Lübeck: Hybride Festivalausgabe in 2020

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Redakteur

(CIS-intern) – Lübeck, 25.08.20 – Beim heutigen Sommer-Pressegespräch der Nordischen Filmtage Lübeck im Radisson Blu Senator Hotel Lübeck gab es erste Informationen zur Gestaltung und zum Ablauf des diesjährigen Filmfestivals unter besonderen Bedingungen. Kathrin Weiher, Kultursenatorin der Hansestadt Lübeck, Linde Fröhlich (Künstlerische Leitung), Susanne Kasimir (Geschäftsführung) sowie der Kurator der Retrospektive, Jörg Schöning, gaben einen Ausblick auf Neuerungen und das kommende Programm. Vom 4. bis 8. November 2020 ist die 62. Ausgabe als hybride Festivalversion geplant. Diese soll in den Festivalkinos und weiteren Spielstätten in Lübeck unter Einhaltung der Corona-Vorgaben veranstaltet werden und durch gezielte Online-Angebote von Filmen und Events unterstützt werden, um die Zugangsbeschränkungen in den Spielstätten auszugleichen und auch den Daheimgebliebenen ein gewisses Festivalgefühl zu vermitteln. „Ich freue mich sehr, dass die 62. Nordischen Filmtage Lübeck in diesem Jahr als hybrides Festival in diesen besonderen Zeiten durchgeführt werden“, so Kultursenatorin Kathrin Weiher. Im Mittelpunkt des auf dem europäischen Kontinent einzigartigen Festivals steht aktuelles Filmschaffen aus den nordischen und baltischen Ländern sowie Filme aus Norddeutschland (Schleswig-Holstein und Hamburg).

Mit unserer Planung, das Festival auch in diesem Jahr ganz real in den Lübecker Kinos und Spielstätten stattfinden zu lassen und durch ausgewählte Online-Angebote zu ergänzen, senden wir eine wichtige Botschaft aus, auf die wir bereits viel positive Rückmeldung erhalten haben“, so Linde Fröhlich, langjährige Künstlerische Leiterin der Nordischen Filmtage. „Als Veranstaltung der Hansestadt Lübeck möchten wir den Lübeckerinnen und Lübeckern und den Gästen aus der Region, die in den letzten Monaten auf so Vieles verzichten mussten, einen kulturellen Höhepunkt bieten und ein gemeinschaftliches Filmerleben im Kinosaal ermöglichen. Als Teil der internationalen Filmbranche möchten wir gleichzeitig die Kinos in den Fokus rücken und in der Kooperation mit Produktionsfirmen, Filminstituten, Verleihen und Weltvertrieben ein wichtiges Signal für den Strukturerhalt geben und die realen Begegnungen von Filmschaffenden und Publikum unterstützen“

Auch wenn im Festivaljahr 2020 besondere Bedingungen und Einschränkungen zu bewältigen sind, zeigte sich Susanne Kasimir (Geschäftsführung) über eine Neuerung hoch erfreut. So konnte das Lübecker Unternehmen cbb software GmbH, Mitglied der Viega Gruppe, als neuer Sponsor und Förderer gewonnen werden. cbb stiftet den mit 5.000 Euro ausgestatten „Preis der Jugendjury“. Dieser möchte besonders auf Filme für und über Jugendliche aufmerksam machen und zeichnet diejenigen Produktionen in den Festivalsektionen aus, die sich Jugendthemen in ihren Filmen widmen. Eine vierköpfige Jury, bestehend aus Jugendlichen im Alter von 13-17 Jahren, wählt während des Festivals ihren Gewinnerfilm. Von der Firma cbb Software GmbH waren Professor Dr. Bruce-Boye, CEO des Unternehmens und Andreas Fechner (COO) anwesend und gaben Auskunft zu ihrem Engagement: „Wir schätzen die Nordischen Filmtage Lübeck seit vielen Jahren als lebendiges und engagiertes Festival, das durch seine internationale Ausrichtung und seine Nachwuchsförderung generationsübergreifend für kontinuierlichen Austausch sorgt und Networking auf vielen Ebenen anbietet. Die cbb software GmbH, Mitglied der Viega Gruppe, möchte mit dem neuen Jugendjury-Preis für das Festival junge Talente und Themen für ein jugendliches Publikum unterstützen. Hierbei besonders die Regisseurinnen und Regisseure, die sich in ihren Filmen Jugendthemen widmen. Wir möchten der Jugend, die unsere Zukunft gestalten wird, etwas mitgeben. Durch den momentanen gesellschaftlichen und weltweiten Wandel, durch Klima- und Umweltveränderungen ist die Jugend besonders gefordert und fühlt sich verantwortlich. Wir sollten von der Jugend lernen. Der Film als Kunstform spielt dabei eine wichtige und wertvolle Rolle. Er bietet uns die Möglichkeit, der Jugend zuzuhören und wir werden durch Filmstoffe auf ihre Themen aufmerksam. Zudem möchten wir mit diesem Preis unsere Solidarität gegenüber dem Festival, der Stadt Lübeck und zur Region ausdrücken, vor allem in diesen besonderen Zeiten“, so Professor Dr. Bruce-Boye, CEO cbb software GmbH.

Nach 2018 und 2019 schließt sich mit der diesjährigen Retrospektive „Fischermen’s Films – Fischerei im nordischen und baltischen Kino“ der über drei Festivals verteilte Ostsee-Zyklus. Spiel- und Dokumentarfilme aus den Jahren 1912 bis 2019 zeigen einen traditionellen Berufszweig zwischen Idylle und Industrie. Die Hansestadt Lübeck nimmt in dieser Retrospektive einen wichtigen Platz ein. „Der Fischindustrieort Schlutup und das Fischerdorf Gothmund“ wurden schon zu Beginn der 1920er Jahre im Film festgehalten und ist Teil eines Stummfilmprogramms mit Kurzfilmen. Als klassische Fischfangnation ist auch Island mehrfach vertreten – unter anderem mit dem Eröffnungsfilm der Sektion. In ihrem Spielfilmdebüt „Ingaló / Ingalo im grünen Meer“ (1992) erzählt die Regisseurin Ásdís Thoroddsen die Emanzipationsgeschichte einer eigenwilligen jungen Frau, die sich in der rauen Welt des Fischfangs behauptet – gespielt wird sie von Sólveig Arnarsdóttir, seit ihrer Mitwirkung in der TV-Serie „Das Duo“ in Lübeck bestens bekannt. „Von herausragender Qualität sind auch einmal mehr drei frisch restaurierte Spielfilme aus Estland“, freut sich Retrospektive-Kurator Jörg Schöning. „Veealused karid / Rocks Under Water“ (Viktor Nevežin, 1959) setzt sich kritisch mit Missständen in einem Fischereikollektiv auseinander; „Ühe küla mehed / Men From the Fisherman’s Village“ (Jüri Müür, 1961) gilt heute als filmischer Gründungsakt eines eigenständigen estnischen Nachkriegskinos; „Karge meri / The Smacking Sea“ (Arvo Kruusement, 1981) ist die atmosphärisch beeindruckende Verfilmung eines auch ins Deutsche übersetzten Romans von August Gailit („Das rauhe Meer“, 1938).

Dank der kontinuierlichen Unterstützung durch die Hauptsponsoren und Partner der Filmtage sei eine gesicherte Finanzierung der diesjährigen Festivalausgabe erst möglich geworden, gab Susanne Kasimir (Geschäftsführung) bekannt. Neben dem Festivalveranstalter, der Hansestadt Lübeck, sind weitere Partner maßgeblich beteiligt. So danken die Nordischen Filmtage Lübeck ganz besonders allen bisherigen Partnern, Finanziers und Preisstiftern für ihr diesjähriges Engagement. Dies sei unter den gegebenen Umständen von großem Wert. Dazu zählen neben dem Radisson Blu Senator Hotel Lübeck, das auch den Preis der Kinderjury stiftet, die CineStar-Gruppe, welche den CineStar-Preis für den besten Kurzfilm im Filmforum ausstattet sowie das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bildung des Landes Schleswig-Holstein. Ebenso treten die Stadtwerke Lübeck, die LYNET Kommunikation AG, die STAWAG AG, die CITTI Handelsgesellschaft, der Freundeskreis der Nordischen Filmtage Lübeck, Stifter des Preises für das beste Spielfilmdebüt, sowie die Margot und Jürgen Wessel Stiftung als Förderer und Sponsoren der 62. Nordischen Filmtage Lübeck auf. Weitere Preisstifter sind der DGB Bezirk Nord, der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg für den Kirchlichen Filmpreis Interfilm sowie Baltic Films als Stifter des Baltischen Filmpreises. Neu dabei der bereits erwähnte Preis der Jugend-Jury, gestiftet von der cbb software GmbH.

Auch in 2020 hat das Festival starke Medienpartner an seiner Seite, welche die Nordischen Filmtage Lübeck seit vielen Jahren unterstützen: der NDR – Norddeutscher Rundfunk und die Lübecker Nachrichten, zugleich auch Preisstifter (NDR Filmpreis und LN Publikumspreis), werden erneut das Festival, Filmthemen und Gäste porträtieren. Bereits feststehende Kinos und Spielstätten sind das CineStar Filmpalast Stadthalledas Kolosseum, das Kommunale Kino Lübeck und der Schuppen 6 an der Untertrave.

Aktuelle News zum Filmfestival gibt es unter www.nordische-filmtage.de, ebenso auf den Social Media Plattformen FacebookTwitterInstagram.com/nordicfilmdays 

www.nordische-filmtage.de

Foto: Klaus Mittelstädt

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