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Lübeck: 24. Brahms-Festival unter dem Motto All Ungarese


Brahms

(Horst Schinzel) - Die Musikhochschule Lübeck (MHL) lädt vom 2. bis zum 10. Mai zu ihrem 24. Brahms-Festival ein. In diesem Jahr steht es mit seinem Motto "All Ungarese" ganz im Zeichen Ungarns. Über 100 Interpreten begeben sich mit Sinfonie-, Themen- und Kammermusikkonzerten und der neuen Konzertreihe "Lunchtime Concert" auf Spurensuche nach dem "Ungarischen" in der Musik. Interpreten sind die renommierten Dozenten der MHL, unter ihnen Sabine Meyer, Barbara Westphal, Konstanze Eickhorst und Johannes Fischer, die gemeinsam mit ihren Studierenden auf der Bühne stehen. Als international bekannte Gäste kommen der ungarische Dirigent Alpaslan Ertüngealp, der Zymbalist Luigi Gaggero und das Ensemble Góbé aus Budapest nach Lübeck.

Foto: Wikimedia - OttawaAC - Gemeinfrei

Das 24. Brahms-Festival beleuchtet mit verschiedenen Konzertformaten die kulturelle Identität Ungarns: 21 Konzerte, darunter ein Sinfoniekonzert, zahlreiche Kammermusikkonzerte, ein Familienkonzert, ein Nachtkonzert sowie eine Vesper stehen auf dem Programm. In diesem Jahr gibt es auch eine neue moderierte Konzertreihe zur Mittagszeit im Behnhaus: erstmals werden dort alle Streichquartette des Ungarn Béla Bartók aufgeführt. Die Proben der über hundert Interpreten versetzen die MHL bereits Wochen vor Festivalbeginn in einen Ausnahmezustand. Seminare und Unterrichte zum Thema spiegeln die gewichtige Rolle, die das Festival im Studienbetrieb in jedem Frühjahr spielt.

Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Projektleiter des Brahms-Festivals erläutert das Motto: "Musik ist immer auch von Landschaften geprägt, von geografischen und geistigen. Ungarn ist eine solche Landschaft, die vielfältige Assoziationen hervorruft: Von den feurigen Czárdas-Klängen der Roma-Kapellen, über Liszts 'Ungarische Rhaspsodien' bis hin zur Operettenseligkeit einer 'Czárdasfürstin'. Das Festival begibt sich auf Spurensuche nach 'klassischen' ungarischen und ungarisch inspirierten Werken – natürlich immer im Wechsel mit Brahms!"

Mit der Veranstaltung "Einstimmen auf B." (2. Mai, 18 Uhr) gibt Wolfgang Sandberger mit zahlreichen Musikbeispielen einen Überblick über das Festival-programm. Nach zehntätiger Arbeitsphase unter Leitung des türkischen Gastdirigenten Alpaslan Ertüngealp, eröffnet das MHL-Sinfonieorchester das Festival mit einem Sinfoniekonzert (2. Mai, 20 Uhr). Auf dem Programm stehen neben Werken von Berlioz, Kodály und Bartók Liszts "Ungarische Rhapsodie" und Brahms‘ "Ungarische Tänze", die dem Komponisten 1868 mit zu internationalem Durchbruch verhalfen. Das Konzert wird am Sonntag, 3. Mai, um 20 Uhr in der MHL wiederholt und ist unter dem Motto "Wir in Rendsburg" (4. Mai, 20 Uhr) noch einmal in der ACO-Thormannhalle in Rendsburg zu hören. Sinfonische Klänge für ganz junge Ohren bietet die MHL mit der "Familienzeit" (3. Mai, 11 Uhr). WDR-Moderator Christian Schruff begleitet Kinder und Jugendliche, wenn das Hochschulschulorchester unter Leitung des Gastdirigenten Alpaslan Ertüngealp noch einmal Ausschnitte aus dem Sinfoniekonzert vorstellt.

Das ungarische Kolorit steht auch im Mittelpunkt der 16 Kammermusikkonzerte, die mit ihren Mottos vielfältige Assoziationen zu Ungarn wecken. "Rondo Ongarese" (5. Mai, 20 Uhr) stellt unter anderem Bläserquintette von Brahms und Weber vor mit Starklarinettistin Sabine Meyer und Pierre Martens als Solisten. Der langjährige Dozent für Fagott wurde vor kurzem auf eine Professur berufen. Im Konzert "Ungarische Rhapsodie" (6. Mai, 20 Uhr) stehen mit Liszts gleichnamigem Werk und Brahms "Ungarischen Tänzen" noch einmal die beiden Werke im Mittelpunkt, die sich mit dem Ungarischen par excellence identifizieren lassen. Robert Roche, neuer Professor für Korrepetition und Studienleitung Gesang stellt sich dem Lübecker Publikum erstmals als Liedbegleiter vor: Zusammen mit Gesangsstudierenden interpretiert er die Zigeunerlieder von Brahms. Mit einer Improvisation von Kagel, Tänzen von Kodály und einer Bartók gewidmeten Toccata bringen Arvid Gast und Franz Danksagmüller außerdem die Große Konzertorgel zum Klingen. Ein Schlüsselwerk der ungarischen Moderne ist im Konzert unter dem Motto "In Gipsy Style" (7. Mai, 20 Uhr) zu hören: Laurens Patzlaff und Manfred Aust am Klavier sowie Johannes Fischer und Julian Grebe am Schlagzeug präsentieren Bartóks Quartettsonate, die mit osteuropäischen und türkischen Tanzrhythmen aufwartet und europaweit Erfolge feierte. Das Trio als kleinstmögliches Ensemble steht im Mittelpunkt des Konzertes "Triokosmos" (8. Mai, 20 Uhr). Das Programm ist mit Werken von Haydn, Brahms, Eötvös und Mack ein Streifzug durch drei Jahrhunderte Musikgeschichte. Unter anderem spielen Angela Firkins (Flöte), Sophie Heinrich (Violine), Troels Svane und Ulf Tischbirek (Violoncello), Laurens Patzlaff (Klavier) sowie Johannes Fischer (Schlagzeug). Das Zymbal, ungarisches Instrument schlechthin, steht im Mittelpunkt des Konzertes "Mikrokosmos" (9. Mai, 20 Uhr). Zu Gast ist der herausragende Zymbalist Luigi Gaggero, der jüngst im Neujahrskonzert zusammen mit den Berliner Philharmonikern zu erleben war und in der MHL Solowerke und Kammermusik vorstellt.

Unter dem Motto "Heide und Puszta" (4. Mai, 17 Uhr), "Das Ferne ganz nah" (6. Mai, 17 Uhr) und "Ungarische Variationen" (8. Mai, 17 Uhr) stehen wieder drei moderierte Kammerkonzerte mit Studierenden in der Villa Eschenburg auf dem Programm. Zu den vielen Konzertformaten des diesjährigen Festivals gehören auch ein Nachtkonzert (8. Mai, 22 Uhr) mit Improvisationen aus Bartóks "Mikrokosmos" und Chick Coreas "Childrens Songs" sowie eine Vesper in St. Jakobi (9. Mai, 17 Uhr) mit dem MHL-Kammerchor unter Leitung von Kerstin Behnke und Arvid Gast an der Orgel. Mit der neuen Reihe "Lunchtime Concert" bietet die MHL erstmals ein Format zur Mittagszeit: Vom 5. bis zum 10. Mai jeweils um 12.30 Uhr führen Studierende der MHL eines der bedeutenden Streichquartette von Béla Bartók auf, die mit einem Entstehungszeitraum von rund 30 Jahren verschiedene Stufen der musikalischen Entwicklung des Komponisten repräsentieren. Moderiert wird die Reihe im Lübecker Museum Behnhaus Drägerhaus von den Musikwissenschaftlern und Musiktheoretikern der MHL.

Mit dem Finale "Alla Zingarese" (10. Mai, 20 Uhr) entzünden die Interpreten der MHL zum Abschluss des Festivals noch einmal ungarisches Feuer. Zu Gast ist das preisgekrönte fünfköpfige Ensemble Góbé aus Budapest. Es bringt volkstümliche Tänze aus seiner Heimat mit und hat neben klassischen Instrumenten auch Dudelsack, Drehleier und Schlaggeige im Gepäck. Es kontrastieren Interpreten der MHL, unter anderem Reiner Wehle (Klarinette), Diethelm Jonas (Oboe), Elisabeth Weber (Violine) und Konrad Elser (Klavier) mit Ungarischen Tänzen von Farkas und dem Klavierquartett g-Moll op. 25 von Brahms, das mit seinem Schlusssatz "Alla Zingarese" für das Konzert mottogebend ist. Im Anschluss spielt das Ensemble Góbé mit Blues und Reggae im Konzertfoyer auf.

Johannes Brahms selber hatte ein großes Faible für die ungarische Musik. Der Ungar Zoltán Kodály, von dem das Brahms-Festival gleich mehrere Werke im Spielplan bietet, sagte über Brahms: "Viele Komponisten haben sich in dieser Musiksprache versucht. Keiner drang so tief in ihre Eigenheiten als Johannes Brahms... Das Studium, den ungarischen Spuren in Brahms‘ Werken nachzugehen, würde sich lohnen!". Zu dieser musikalischen Spurensuche will das 24. Brahms-Festival mit seinem Motto "All‘ungarese" einladen.

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