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Europäisches Hansemuseum soll Lübeck Glanz verleihen


Hansemuseum

(Von Horst Schinzel)
- „Ein Museum für 50 Millionen Euro bekommt man nicht jeden Tag geschenkt“, so Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe bei der Medienvorstellung des neuen „Europäischen Hansemuseums“ an der Untertrave. Zum einen ist die Hansestadt nicht Träger dieser neuen Bildungseinrichtung, sondern eine gemeinnützige Gesellschaft. Zum anderen hat die Stadt nicht nur das Grundstück zur Verfügung gestellt. Es sind auch eine ganze Reihe von Museumseinrichtungen, die erst im letzten Vierteljahrhundert entstanden oder umgebaut worden sind, in das neue Museum eingegliedert oder ganz aufgegeben worden. Da ist zum einen das einstige Burgtormuseum mit seinen Ausstellungsräumen für die bildende Kunst. Da ist das Archäologische Museum, dessen Fundstücke weitgehend margiziniert worden sind.

Foto Eröffnungspressekonferenz Reinhard Bartsch

Und da ist schließlich die Sonderschau für den großen Münzfund, die immerhin teilweise Bestandteil des neuen Museums geworden ist. Zu bedenken ist, dass für dies alles viel Steuergeld, aber auch Mäzenatengelder meist der Possehl-Stiftung geflossen sind, Von den ausgeuferten Kosten des Hansemuseums hat diese Stiftung klaglos 40 Millionen Euro getragen. Der Rest kam von europäischen Einrichtungen. In den Umbau der Anliegerstraßen hat die Stadt eine gute Million Euro gesteckt. Wovon bei der Media-Präsentation kein Wort zu hören war. Die Buslinie 3 fährt bescheidene zwei Mal die Stunde vor das Museum.

Zur offiziellen Eröffnung des – keineswegs fertigen! – Hauses an diesem Mittwoch kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Idee eines Bürgerfestes am Donnerstag ist sang- und klanglos aufgegeben worden. Ab Sonnabend läuft dann täglich von 10 bis 17 Uhr der Museumsbetrieb, für den abweichend von europäischen Bräuchen ein Schließtag nicht vorgesehen ist. Äußerlich am eindrucksvollsten neben dem architektonisch eindrucksvollen Ziegelbau ist die große Treppe, die mitten durch den Bau von der Untertrave über den Burghügel führt. Die Planungen für das neue Museum liefen seit elf Jahren. Gebaut wurde drei Jahre.

Dargestellt wird nach den neuesten Erkenntnissen der Museumspädagogik und mit den modernsten Methoden der Museumstechnik die Entwicklung der Hanse von den ersten Zusammenschlüssen wagemutiger Fernhandelskaufleute bis zur wirkmächtigen Vereinigung bedeutender Städte über rund vier Jahrhunderte hinweg. Die Welt der Hanse wirkt insofern bis in unsere Zeit. Ausgewählte Stationen der Hansegeschichte sind mit Bergen, Brügge, London, Lübeck und Nowgorod dargestellt. Rauminszenierungen und wertvolle Originalobjekte prägen die Ausstellung, für die aus dem ganzen einstigen Hanseraum Leihgaben nach Lübeck gekommen sind.

Eine erschlossene historische Grabungsstätte zeigt, wie Lübeck entstanden ist. Das Burgkloster als eine der bedeutendsten mittelalterlichen Klosteranlagen Norddeutschlands wurde aufwändig restauriert und erinnert an nationalsozialistische Unrechtsprechung, Ein eigener Rundgang erschließt sich dem Besucher mit Audioguides. Gestaltet hat alles das schon häufig in Lübeck tätige Büro Andreas Heller.



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