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Nordische Filmtage in Lübeck - Auf Reisen „In fremden Welten“ – Die Retrospektive 2016


Nordische Filmtage 2016

Reisen in die Fremde bedeutet Begegnung mit anderen Menschen, Kulturen und Lebensumständen, Temperaturen und Lebensmitteln, Gewohnheiten, Gesten und Moralvorstellungen. In den historischen und aktuelleren Filmproduktionen der diesjährigen Retrospektive der 58. Nordischen Filmtage Lübeck (02.-06.11.16) unter dem Titelthema „In fremden Welten – In Different Worlds“ kann das Festivalpublikum Menschen aus skandinavischen Ländern – Forschern und Wissenschaftlern, Entwicklungshelfern, Seemännern, Auslandskorrespondenten oder verliebten Individualreisenden – rund um den Globus folgen.

Thematisch dazu passende Dokumentar- und Spielfilme, zusammengestellt vom Leiter und Kurator der Retrospektive, Jörg Schöning, spiegeln interkulturelle Begegnungen von Skandinaviern auf Reisen im Ausland wider und veranschaulichen die vielgerühmte skandinavische Weltoffenheit, ihre humanen Errungenschaften, aber auch ihre politischen Irrwege. Zugleich soll die Reihe sensibilisieren für die historischen Voraussetzungen der aktuellen Migrationsbewegungen. „Die Filme konfrontieren ihre Protagonisten mit einer ungeheuren kulturellen Vielfalt, an der das Kinopublikum unmittelbar partizipiert“, so Jörg Schöning zu seiner Auswahl.

Am 2. November 2016 eröffnet der Spielfilm Joe Hill (1971) des schwedischen Regisseurs Bo Widerberg die Retrospektive. Er thematisiert einen der größten Justizskandale der USA, bei dem der ausgewanderte Schwede Joel Hägglund, der in den USA zum legendären Arbeiterführer wurde, fälschlicherweise des Mordes angeklagt wurde.

Zu einem der Highlights der diesjährigen Retrospektive zählt die Vorführung des Stummfilms „Mit Sven Hedin durch Asiens Wüsten“ in der St. Katharinen Kirche in Lübeck am 3. November 2016 um 19 Uhr. Der Kameramann Paul Lieberenz hat den schwedischen Entdeckungsreisenden Hedin 1928 auf seiner Expedition von Peking nach Urumtschi begleitet und Wüstenlandschaften, Karawanen, unberechenbares Wetter und Sandstürme in eindrucksvollen Bildern aufgezeichnet. Musikalisch spektakulär erarbeitet und begleitet wird die Filmvorführung mit dem Einsatz unterschiedlicher Sound-Systeme aus Wiimote, Nunchuck, Orgel, Gulliphon und Live-Elektronik von drei Studierenden und Professor Franz Danksagmüller von der Musikhochschule Lübeck.

Am 3. und 4. November 2016 wird es eine Filmvorführung der ganz besonderen Art geben: ein Cinemiracle an der frischen Novemberluft! Der Film Windjammer (USA 1958), einer der bekanntesten Dokumentarfilme, der im gleichnamigen seltenen Aufnahmeformat produziert wurde, wird auf drei Leinwänden im Gefängnishof des Europäischen Hansemuseums projiziert. Der Film erzählt die Reise des norwegischen Segelschulschiffes Christian Radich von Oslo in die Karibik, weiter nach New York und wieder zurück nach Norwegen. Die Mannschaft erlebt auf der 17.000 Seemeilen langen Fahrt faszinierende Begegnungen – unter anderem mit dem deutschen Großsegler Pamir auf dessen letzter Fahrt. Da Shanty-Gesänge ein wesentliches Element dieses Films sind, wird der Lübecker Shanty Chor Möwenshiet die Vorführung mit Liedern aus seinem Repertoire begleiten. Der Eintritt bei diesen Outdoor-Filmpräsentationen ist frei.

Am 3. November 2016 wartet mit „Vikingo“ eine besondere Dokumentation des isländischen Regisseurs Þorfinnur Guðnason auf die Zuschauer, der sich auf eine Reise in die Dominikanische Republik begibt, um sich von einem isälndischen Kampfhahnzüchter in die Welt und Kultur des Hahnenkampfes einführen zu lassen. Im Anschluss findet die Präsentation des Dokumentarfilms „My African Diary“ statt, der das Leben in Südafrika nach der Apartheid beleuchtet. Er wird persönlich vorgestellt vom dänischen Filmemacher Jon Bang Carlsen, dessen aktueller Film „Déjà Vu“ zudem in der Dokumentarfilmreihe des Festival zu sehen ist. Einen weiteren Eindruck vom Leben auf dem afrikanischen Kontinent gibt der finnische Dokumentarfilm „Leaving Africa“ von 2015 (Regie: Iiris Härmä), über eine finnische Entwicklungshelferin.

Am Freitag, 4. November 2016, kämpfen bei einer weiteren Stummfilmvorführung mit Musikbegleitung in der Kirche St. Katharinen drei Menschen nach einem Schiffsuntergang ums Überleben. Ernst Wendt führte bei „Die weiße Wüste“ Regie (D, 1922). Die Filmvorführung wird musikalisch von den zwei Hamburger Musikern Krischa Weber und Goran Lazarevic mit Cello, singender Säge und Akkordeon illustriert.

Auch der bekannte finnische Regisseur Mika Kaurismäki ist erneut mit Filmen in der Retrospektive vertreten. „Helsinki Napoli“ ist eine humorvolle Gangsterkomödie, in der ein Finne in Berlin unfreiwillig an viel Geld gelangt und im Anschluss vor üblen Verfolgern fliehen muss. Im Abenteuerfilm „Amazon“ befindet sich der Protagonist dagegen weit entfernt von seinem Heimatland Finnland in Brasilien. Das Leben von Ureinwohnern wird auch im norwegischen Dokumentarfilm „Wiedersehen mit dem Dschungelvolk“ von Regisseur Per Høst aufgegriffen.

Reisen in fremde Welten thematisiert auch „A Man from the Congo River“ (2009). Der finnische Dokumentarfilm handelt von Seemännern aus dem hohen Norden, die im Herzen Afrikas, dem Kongo, mit der harten Realität von Sklaverei und kolonialer Wirtschaft konfrontiert werden. Der Film von Jouko Aaltonen beleuchtet ein weitgehend unbekanntes und dunkles Kapitel der Kolonialgeschichte. Mit dem Diplomaten-Porträt „Ambassadors“ läuft ein zweiter Film Aaltonens im Programm.

Peter Nestler rekonstruiert in „Tod und Teufel“ mit zeitgenössischen Bilddokumenten das Leben seines Großvaters, eines schwedischen Kolonialabenteurers. „From Different Worlds“ handelt von einer Liebe, die kulturelle Unterschiede überwindet. Die Drehbuchautoren Kenny Sanders und Sigve Endresen des Spielfilms „Misery Harbour“ sind persönlich in Lübeck zu Gast, um den in Neufundland spielenden Film des samisch-norwegischen Regisseurs Nils Gaup vorzustellen. In Aki Kaurismäkis Klassiker „Leningrad Cowboys Go America“ folgt der Zuschauer der schlechtesten Rock´n Roll Band der Welt durch die USA.

Wie die einzelnen Filme das Thema „Fremde Welten“ und „interkulturelle Begegnungen“ verhandeln und zu einem gesellschaftlichen Dialog beitragen, diskutieren – unter Leitung von Dr. Anders Marklund, Hochschuldozent an der Universität Lund und Chefredakteur des „Journal of Scandinavian Cinema“ – Wissenschaftler, Studenten und Interessierte an zwei Tagen beim dritten Lübeck Film Studies Colloquium. Im Fokus stehen dabei u.a. fünf Kurzfilme des vor 100 Jahren in Deutschland geborenen und nach Schweden emigrierten Schriftstellers Peter Weiss, zu denen Lars Gustaf Andersson von der Universität Lund eine fachkundige Einführung geben wird. 

Die 58. Nordischen Filmtage Lübeck finden vom 2. bis 6. November 2016 statt. Auf der Programm Pressekonferenz am 12.10.16 werden die fürs Festival ausgewählten Filme und Reihen sowie zu erwartende Gäste vorgestellt.

Alle Informationen zu den Filmtagen sowie die Möglichkeit, sich zu akkreditieren, online unter www.filmtage.luebeck.de oder News auch auf den Social Media Kanälen Facebook, Twitter, Instagram.

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