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In Lübeck werden Schätze der Navajo gezeigt


Navajo

Von Horst Schinzel - Das internationale renommierte Völkerkundemuseum in Lübeck unterhalb des Domes ist beim Luftangriff Palmarum 1942 ausgebrannt. Der größte Teil der wertvollen Sammlungen konnten gerettet werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind Teile davon in Wechselausstellungen im Zeughaus gezeigt worden. Aber weil gespart wurden musste, glaubte vor einem Jahrzehnt die Politik, ausgerechnet hier einen Anfang machen zu können. Und so wurde das Zeughaus geschlossen. Bemühungen eines Freundeskreises konnte das nicht dauerhaft ändern.

Nun wird am Sonntag, 23. November, eine neue Sonderausstellung "Auf der Suche nach Harmonie - Die Navajo" eröffnet. Sie zeigt einen Teil der Lübecker Völkerkundesammlung. Die Navajo-Indianer, die ihre Heimat im Südwesten der Vereinigten Staaten haben, sind die mit Abstand größte auf einer Reservation lebende indianische Gruppe Nordamerikas. Diese Sonderausstellung zeigt neben kunsthandwerklichen Objekten der Navajo - Silberschmuck und Webteppiche, deren Gros der Linguist Prof. Dr. Werner Winter in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammengetragen hat. unter anderem ein in Europa einmaliges Medizinbündel.

Die mehr als 200 Teile umfassende Ausrüstung des Medizinmannes Benet Toehe - darunter Ritualobjekte, Rohstoffe für therapeutische Gegenstände und Ausgangsstoffe für Medikationen - ist eine absolute Rarität. Tatsächlich sind weltweit nur noch sehr wenige Exemplare in Museumssammlungen zu finden. Das Medizinbündel wurde 1974 vom Künstler Horst Antes erworben und der Lübecker Völkerkundesammlung im Jahr 2000 geschenkt. Wie kam es zu diesem Erwerb? Die Antwort führt zurück in die Zeit christlicher Missionarisierung durch fundamentalistische Sekten in den 1960er und 1970er Jahren, im Zuge derer sich viele Navajo von ihren alten traditionellen Vorstellungen lösten und ihre Medizinbündel öffentlich verbrannten oder veräußerten. In diesem Fall hat ein Neffe des damals bereits verstorbenen Benet Toehe jenes Bündel an den Künstler Horst Antes verkauft

Die Ausstellung ist der Versuch der Annäherung an eine fremde Kultur, aber einer, der die Entdeckung der Welt aus Sicht der ethnographischen Sammlung der Stadt Lübeck spiegelt. Auch der im Titel hervorgehobene Begriff der "Harmonie" ist ein Spiegel dieser Zusammenhänge. Er ist die Übersetzung jenes religiös-philosophischen Konzepts, von den Navajo "hózhó" genannt, das dem bedeutendsten Teil dieser Ausstellung zugrunde liegt, einem in Europa einzigartigen Medizinbündel. "Die Ausstellung soll sowohl einen Eindruck von der Schönheit und Vielfalt der religiösen Vorstellungskonzepte der Navajo vermitteln, als auch von der komplexen Wechselgeschichte dieser Gruppe mit der nicht-indianischen Welt", fasst Dr. Brigitte Templin, Leiterin der Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck und Kuratorin der Ausstellung, zusammen.

Navajo

Fotos Museum


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