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„Water Passion“ – Ein ungewöhnliches Klangerlebnis


Tan Dun

(Von Horst Schinzel) - Rolf Beck (70), einst Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals und Leiter der Klangkörper des Norddeutschen Rundfunks, kann nicht ohne musikpädagogische Arbeit leben. Und so gründete er Ende 2013 / Anfang 2014 in Lübeck eine Internationale Chorakademie.

Und da es ihm offenbar gelang, genügend Unterstützer vor allem in der Possehl-Stiftung zu finden, war dieses Unternehmen im Gegensatz zu anderen Versuchen in der Vergangenheit erfolgreich. So erfolgreich, dass der kopfstarke Chor das Festival Lux Aeterna in Hamburg eröffnen durfte. Dies mit einer Uraufführung der „Water Passion after St. Matthew“ des chinesischen Komponisten Tan Dun (58) – nach becks Meinung der „bedeuetndste chinesische Komponist der Gegenwart. Am Folgetage war dieses ungewöhnliche Klangerlebnis in der Lübecker St. Jakobi-Kirche zu hören. Die Aufführungen wurden zu einem gefeierten Erfolg.

Foto: Presse Tan Dun

In dem Werk des in den USA lebenden Komponisten gibt es nur wenige Instrumentalisten und einige ungewöhnliche klangerzeugende Gegenstände. Im Vorfeld der Aufführungen, die der Meister selbst dirigiert hat, hat dieser seine Musikschöpfung so erklärt: „Wasser ist Ausdruck zyklischer Vorgänge. Es steigt als Wasserdampf auf und regnet wieder zu Erde herab. Der Klang des Wassers ist in meiner Komposition mit einem Passacaglia-Thema vergleichbar, das immer präsent bleibt.“

Tam Dun wuchs in einem kleinen chinesischen Dorf auf und erinnert sich noch an die Bedeutung des Wassers für die dörfliche Gemeinschaft- für die Reisernte, das eigene Waschen und das der Kleider. Dazu sagt er „Ich hatte immer die Erfahrung, mit Wasser zu leben, mit Wasser zu spielen und ihm zu lauschen. Es war für mich extrem wichtig Und ich dache, wir leben heuet in einem riesigen Dorf, das die ganze Welt umspannt, und müssen diese kraftvolle Geschichte mit einander teilen“.

Um seine Klangvorstellungen so original wie möglich herüber zu bringen, hat Tan Dun chinesische Musiker mitgebracht: Europäer sind die Sopranistin Maria Chiara Chizzoni, der Bariton Stephen Bryan und teilweise die Sängerinnen und Sänger der Internationalen Chorakademie Lübeck. Die kommen aus aller Welt und nur zu Probenphasen an die Trave. Diese finden in der Ostsee-Akademie – vormals Pommern-Akademie -in Travemünde statt. Das Haus ist allerdings von der Schließung bedroht.

Tan Dun entführt seine Zuhörer mit seinem 2000 für die Stuttgarter Bach-Tage geschaffenen Werk in eine Klangwelt sondergleichen und bringt in eine Kirchenoper nahe, wie man sie nie zuvor gehört und erlebt hat. Auch erlebt, denn auch Lichteffekte und affektierte Bewegungen der Solisten gehören dazu. Serielle Klangwüsten wechseln sich mit Partien von großer Schönheit ab. Und das Instrumentarium, dessen sich der Komponist bedient, ist mehr als außergewöhnlich – von Klangschalen und Wassersäulen bis hin zu Klangsteinen, mit denen die Choristen klappern und schlagen müssen. Die Anforderungen des Komponisten an alle Beteiligten sind enorm. Und an die Zuhörer auch. Und die haben bis auf wenige Ausnahmen tapfer durchgehalten und am Ende alle Mitwirkenden umjubelt.

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