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Georg Büchners »Woyzeck« in der Inszenierung von Mirja Biel feiert am 19. September Premiere


Biel

Regisseurin Mirja Biel, die sich dem Lübecker Publikum bereits mit Inszenierungen von Kafkas »Amerika« und Fassbinders »Die Ehe der Maria Braun« vorgestellt hat, bringt nun zum Spielzeitbeginn 2015/16 »Woyzeck« nach einem Fragment von Georg Büchner auf die Bühne der Kammerspiele. Premiere ist am Samstag, den 19. September, um 20.00 Uhr. In der Titelrolle ist Ensembleschauspieler Timo Tank zu erleben, der u.a. als Mephisto sowie in »Willy Brandt« und »Antonius und Kleopatra« brillierte. An seiner Seite wird die Schauspielerin Sina Kießling, die u.a. in jüngster Zeit in »Szenen einer Ehe« und »Willy Brandt« am Theater Lübeck gastierte, die Marie spielen.

Foto: Kerstin Schomburg

Was macht uns zum Mensch? Wie werden wir zu der Person, die wir sind? Was unterscheidet uns vom Tier? Die Gesellschaft? Veranlagung? Das Bewusstsein? Die Sprache, das Erzählen einer Lebensgeschichte? Träume? Gewalt? Geld? Liebe? Büchner wirft diese Fragen in seinem Fragment vom arbeitslosen Friseur Woyzeck auf, der 1821 seine Geliebte erstach. Woyzeck ging als Fall in die Kriminalgeschichte ein. Zahlreiche psychologische Gutachten wurden zu seiner Zurechnungsfähigkeit erstellt, sie widersprechen sich und spannen in Beschreibung und Urteil einen weiten Bogen von völliger Unauffälligkeit und Gemütsruhe hin zu schweren psychotischen Störungen wie Halluzinationen, Bewusstseinsspaltung und Depersonalisierung. Während einige Ärzte eine Krankheit ausschließen und lediglich »moralische Verwilderung« attestierten, schlossen andere Gutachter auf Wahnsinn. Der Mediziner und Autor Büchner kennt diese Quellen und schöpft aus den protokollierten Aussagen des historischen Woyzecks die Rede seiner Titelfigur. Allerdings zieht Büchner in seinem Drama andere Schlüsse zur Schuldfähigkeit des Täters als der Richter, der Woyzeck öffentlich hinrichten ließ.

Büchner schreibt seinen Titelhelden an den äußeren Rand einer strikt hierarchisch geordneten Welt. Woyzeck verdingt sich. Das Geld für seine kleine Familie: die Geliebte Marie und den gemeinsamen Sohn, muss er bei den Obrigkeiten verdienen. Still lässt er sich von den wortmächtigen Subjekten der Gesellschaft vorführen. Sie nehmen nicht nur seine Dienste in Anspruch, sondern nutzen seine Abhängigkeit bis zur Demütigung aus. Woyzeck duldet, seine Gedanken kreisen um Marie. In ihm werden Stimmen laut, die ihn zur Mordtat treiben. Zunächst versucht sich Woyzeck gegen die immer blutdurstigeren Stimmen zu wehren. Doch mit wachsender Sicherheit von Marie betrogen zu werden, erfüllt er seine Halluzination und tötet seine Geliebte.

Inszenierung Mirja Biel Bühne Petra Winterer Kostüme Katrin Wolfermann Musik Richard von der Schulenburg

Mit Astrid Färber, Sina Kießling; Jan Byl, Matthias Hermann, Timo Tank, Will Workman

Premiere 19/09, 20.00 Uhr

Weitere Termine 24/09, 10/10, jeweils 20.00 Uhr; 18/10, 16.00 Uhr; 23/10, 20.00 Uhr; 01/11, 18.30 Uhr; 14/11, 28/11, 10/12, 18/12, jeweils 20.00 Uhr; u.a.

Veranstaltungsort Theater Lübeck, Kammerspiele

Preise von 12 – 31 Euro (ermäßigt von 10 – 19 Euro), Premierenkarten von 18 – 36 Euro.

Kartentelefon 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.

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