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Neue Ausstellung Niederländische Kunst im Lübecker Behnhaus

Autor: Horst Schinzel am 21.11.2015

Lübecker Museen

(Von Horst Schinzel) - Das Museum Behnhaus / Drägerhaus in der Lübecker Königstraße ist dem Kenner durch seine Sammlung vor allem lokalbezogener Gemälde und Porträts aus dem 19. und 20. Jahrhundert bekannt. Nun bietet es vorübergehend Raum für eine Wanderausstellung niederländischer Kunst aus einem Museum in Groningen. Aus der Sammlung Veendorp sind rund 80 Werke in Deutschland weitgehend unbekannter oder vergessener holländischer Künstler aus der Zeit um 1900 gekommen.. Es sind ausdrucksstarke, stimmungsvolle Arbeiten einer Epoche, die uns unter dem Begriff „Moderne“ sehr vertraut scheint und die doch eine Reihe spannender Entdeckungen ermöglicht.

Der Bogen der ausgestellten Werke reicht vom Naturalismus über den Impressionismus bis zu einem neusachlichen Realismus und lädt zum direkten Vergleich mit deutschen Zeitgenossen wie Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth ein. „Ich freue mich sehr, dass wir dieses internationale Ausstellungsprojekt in Lübeck im Behnhaus Drägerhaus zeigen können. Es setzt über den Jahreswechsel noch ein weiteres Glanzlicht im Reigen der aktuell gezeigten Ausstellungen. Hervorheben möchte ich die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Groninger Museum und den deutschen Kollegen in Würzburg, Freiburg und Aachen“, erklärte Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen, bei der Vorstellung der Schau.

Museumsleiter Dr. Alexander Bastek betonte einen anderen Aspekt: „Die Gemälde der niederländischen Moderne erschließen sich jedem Museumsbesucher ganz unmittelbar. Es sind eben Beispiele einer uns so vertrauten internationalen Moderne. Und dennoch lädt die Ausstellung zu einer regelrechten Entdeckungsreise ein, neue Künstler und deren malerische Erzählfreude kennenzulernen.“

Landschaften mit tiefem Horizont, Seestücke mit bewegtem Wolkenhimmel, stimmungsvolle Interieurs, die ganze Geschichten zu erzählen scheinen und Stillleben, aus denen eine Freude am einfachen Gegenstand spricht – die Motive sind uns bekannt. Die Namen der Maler, von denen die ausgestellten Werke stammen, werden allerdings nur den wenigsten Ausstellungsbesuchern etwas sagen: Paul Gabriël, Isaac Israels, Johan Barthold Jongkind, die Brüder Jacob, Matthijs und Willem Maris, Anton Mauve oder Willem Bastiaan Tholen waren und sind in ihrer niederländischen Heimat bekannte Künstlergrößen. Zu Lebzeiten stellten sie auch in Deutschland aus und ihre Werke wurden in den wichtigsten Kunstzeitschriften publiziert. Max Liebermann stand mit vielen holländischen Kollegen in freundschaftlicher Verbindung und er reiste häufig in die Niederlande, um Anregungen und Motive für seine Malerei zu finden. Holland wurde zu seiner „Malheimat“. Fritz von Uhde fand hier zur Freilichtmalerei und selbst Claude Monet nannte als seinen eigentlichen Lehrer den niederländischen Zeitgenossen Johan Barthold Jongkind.

Heute gilt es, diese „niederländische Moderne“ wieder zu entdecken. Dazu möchte die Ausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus einladen. Alle gezeigten Werke stammen aus der Sammlung Veendorp, die sich als Dauerleihgabe im Groninger Museum befindet. Der trug von den 1920er Jahren bis zu seinem Tod eine eindrucksvolle Kunstsammlung zusammen. 1969 wurde die Sammlung, im Einvernehmen mit Veendorp, von der Stiftung J. B. Scholtenfonds dem Groninger Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Die Sammlung Veendorp besteht aus Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Druckgrafiken, Skulpturen und Keramik namhafter Künstler. Insgesamt gehören mehr als 400 Werke zu dieser Sammlung, darunter etwa 100 Gemälde, mehr als 150 Zeichnungen und Aquarelle. Der Schwerpunkt liegt auf niederländischer Kunst aus der zweiten Hälfte des 19. und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Einige Werke französischer Vorbilder, darunter ein Gemälde von Paul Gauguin, ergänzen die Sammlung.

Die von der niederländischen Kunsthistorikerin Elise van Ditmars kuratierte Ausstellung wird nach der Lübecker Präsentation noch in Würzburg (Kulturspeicher), Freiburg (Augustinermuseum) und Aachen (Suermondt-Ludwig-Museum) zu sehen sein.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildeter Katalog (Imhof-Verlag), der für 19,80 Euro im Museum angeboten wird


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