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So schlecht geht es Dräger gar nicht

Autor: CIS am 10.03.2016

Dräger

(Von Horst Schinzel) - Das Jammern hat beim Lübecker Drägerwerk Tradition. Das Familienunternehmen versteht es meisterhaft, sich arm zu rechnen. Auf Kosten der Aktionäre und neuerdings auch der Lieferanten. Denen wurden unlängst verlängerte Zahlungsfristen diktiert. Aber die jetzt vorgelegten Zahlen zeigen: Dem Unternehmen geht es im Grunde gut.

Foto: Wikimedia -  CC - Thiemo Schuff

Die Drägerwerk AG & Co. KGaA hat im Geschäftsjahr 2015 neue Rekordstände bei Auftragseingang und Umsatz erreicht. Der Auftragseingang legte um 4,8 Prozent auf 2.532,2 Millionen Euro (2014: 2.415,5 Millionen Euro) zu. Der Vorstandsvorsitzende Stefan Dräger zeigt sich aber enttäuscht. Die Kosten seien schneller gestiegen als der Umsatz.

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Prozent auf 2.608,9 Millionen Euro. Währungsbereinigt nahm der Auftragseingang um 0,8 Prozent und der Umsatz um 2,9 Prozent zu. Vor allem in Europa und hier insbesondere in Deutschland legte der Umsatz zu. Auch in Südeuropa setzte sich der positive Trend des Vorjahres fort. In der Region Mittlerer Osten, Afrika und Sonstige verzeichnete Dräger währungsbereinigt einen soliden Umsatzzuwachs. In der Region Asien-Pazifik wie auch in der Region Amerika blieb die Entwicklung währungsbereinigt hingegen unter den Erwartungen.

"Das Geschäftsjahr 2015 war insgesamt enttäuschend. Wir mussten unsere Prognosen unterjährig zweimal anpassen, konnten aber, nach einem fulminanten Schlussspurt im vierten Quartal, erneut einen Rekordumsatz erzielen. Unsere Marge ist jedoch weiter zurückgegangen, denn in Summe sind unsere Kosten 2015 schneller gestiegen als unser Umsatz", so Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der Drägerwerk Verwaltungs AG.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging um 62,7 Prozent zurück und belief sich auf 66,7 Millionen Euro. Der US-Dollar war weiterhin stark, während insbesondere die Währungen von Schwellenländern abwerteten. Der Jahresüberschuss reduzierte sich um 68,2 Prozent auf 33,3 Millionen Euro. Der Dräger Value Added (DVA), für den Konzern die wichtigste Steuerungskennzahl, ist negativ mit einem Wert von -46,3 Millionen Euro (2014: 81,6 Millionen Euro).

Der Vorstand schlägt gemeinsam mit dem Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 27. April 2016 eine Dividende von 0,19 Euro je Vorzugsaktie (2014: 1,39 Euro) und 0,13 Euro je Stammaktie (2014: 1,33 Euro) vor.

Um zukünftig schneller auf Marktentwicklungen reagieren zu können, passt Dräger die Organisation an. Die Verantwortung für das operative Geschäft wird künftig bei den jeweiligen Länderorganisationen liegen, die im Rahmen der Unternehmensstrategie agieren. Geführt werden die zu sechs Regionen zusammengefaßten Ländergruppen jeweils durch ein Vorstandsmitglied, das diese regionale Rolle zusätzlich zu den funktionalen Aufgaben übernimmt. Die Unternehmenszentrale konzentriert sich in Zukunft auf die strategische Steuerung und das Setzen von Standards.

Für den Stammsitz in Lübeck und die ausländischen Tochtergesellschaften wurden daher Kostensenkungsziele für 2016 und 2017 vorgegeben. Diese Ziele beinhalten neben der Reduzierung der Personalkosten im Wesentlichen eine Reduzierung der Sachkosten, wie beispielsweise Aufwendungen für externe Dienstleister. In Lübeck plant Dräger bis zum Ende des Geschäftsjahres 2016 insgesamt 200 Stellen abzubauen. Ziel ist es, die Reduzierung der Mitarbeiterzahl möglichst sozialverträglich und durch einvernehmliche Trennungen zu erreichen. Deshalb bietet Dräger am Standort Lübeck ein sogenanntes Freiwilligenprogramm an, das sich aus einem attraktiven Abfindungsangebot und der Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung zusammensetzt. Das Programm läuft vom 1. Februar bis Ende April 2016. Nach Abschluss des Programms wird Dräger das Ergebnis bewerten und über die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen beschließen.

"Wir kommen nicht umhin, gegen unseren Kostenanstieg und den negativen Ergebnistrend anzugehen, auch wenn dies einige schmerzhafte Anpassungen erfordert. Mit einer schlagkräftigen Organisation und einer niedrigeren Kostenbasis wird es uns gelingen, zukünftig nachhaltig positive Ergebnisse auch in einem schwierigeren Umfeld zu erzielen. Denn unsere Märkte sind intakt und bieten grundsätzlich positive Zukunftsaussichten", so Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der Drägerwerk Verwaltungs AG.

Insgesamt geht Dräger gegenüber dem Vorjahr von einer schwächeren Wachstumsdynamik aus und plant im Geschäftjahr 2016 beim Umsatz währungsbereinigt zwischen 0 und 3 Prozent zu wachsen.


Schlagworte:
drägerwerh lübeck

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