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Uni Lübeck ehrt Nachwuchswissenschaftler

Autor: Horst Schinzel am 06.11.2014

UNI Lübeck Preise

(Von Horst Schinzel) - In einem breiten Themenspektrum findet an der Universität zu Lübeck exzellente Nachwuchsforschung auf nationalem und internationalem Niveau statt. Davon zeugen die Wissenschaftspreise der Universität, die in einer Feierstunde an diesem Mittwoch im Rathaus der Hansestadt verliehen worden sind Zu der Preisverleihungsfeier begrüßte der neue Präsident der Universität Prof. Dr. Hendrik Lehnert.

Preise Erhielten

Dr. rer. nat. Bernhard Gleich wurde mit dem Professor-Otto-Roth-Preis ausgezeichnet. Damit wird seine herausragende Doktorarbeit „Principles and Applications of Magnetic Particle Imaging“ gewürdigt, die er am Institut für Medizintechnik der Universität vorgelegt hat. In seiner Arbeit stellte Dr. Gleich eine neue bildgebende Methode vor, die die dreidimensionale Verteilung von magnetischem Material (insbesondere Nanopartikeln) mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung bestimmt. Ausgehend von den grundlegenden physikalischen Eigenschaften des als Magnetic Particle Imaging (MPI) bezeichneten Verfahrens wurden insbesondere die Eignung für die medizinische Bildgebung untersucht und einige potenzielle Anwendungsfelder identifiziert. Durch den Aufbau eines kleinen Testsystems konnten Dr. Gleich und seine Kollegen einige der theoretischen Vorhersagen bestätigen.

Dr. Bernhard Gleich, 1969 in Augsburg geboren, studierte von 1991 bis 1996 Physik an der Universität Ulm. Er arbeitet heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Philips Technologie GmbH in Hamburg. Die Arbeit wurde in Kooperation zwischen Philips und dem Institut für Medizintechnik der Universität zu Lübeck erstellt. Der Professor-Otto-Roth-Preis wird seit 1979 von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität für eine wissenschaftlich herausragende Lübecker Doktorarbeit vergeben. Er ist mit 2.500 Euro dotiert. Professor Otto Roth (1863 - 1944) war der erste Fachchirurg in Lübeck. Von 1897 bis 1933 leitete er die Chirurgische Abteilung im Allgemeinen Krankenhaus der Hansestadt. Gemeinsam mit Heinrich Dräger (1847 - 1917) entwickelte er den weltbekannten Dräger-Roth-Narkoseapparat, der am Beginn der modernen Narkosetechnik steht.

Dr. rer. nat. Christian Karsten erhielt den ebenfalls mit 2.500 Euro dotierten Heinrich-Dräger-Wissenschaftspreis 2014. Er wurde damit für seine Fachveröffentlichung „Anti-inflammatory activity of IgG1 mediated by Fc galactosylation and association of FcγRIIB and Dectin-1“ ausgezeichnet, die in Nature Medicine (2012 Sep;18(9):1401-6) erschien. In dieser Arbeit konnte Dr. Karsten einen bisher noch unbekannten Mechanismus beschreiben, über den Antikörper in der Lage sind, Komplement-vermittelte Immunreaktionen zu hemmen. Interessanterweise ist dieser Effekt stark von der jeweiligen Struktur des Antikörpers abhängig. So wirken lediglich diejenigen Antikörper hemmend, welche bestimmte Zuckerstrukturen aufweisen. Fehlen diese Strukturen, ist der entzündungshemmende Effekt nicht mehr zu beobachten. Die von Dr. Karsten beobachteten Effekte liefern wichtige Erkenntnisse zur Rolle von Antikörpern bei der Kontrolle von Komplement-vermittelten Entzündungsreaktionen und Autoimmunerkrankungen.

Dr. Karsten, 1976 in Hamburg geboren, studierte von 1996 bis 2004 Biologie an der Universität Hamburg. Er promovierte 2009 mit einer Arbeit über immunologische Toleranzmechanismen während der Schwangerschaft an der Universität zu Lübeck. Seitdem ist Dr. Karsten am Institut für Systemische Entzündungsforschung in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Jörg Köhl tätig. Der Heinrich-Dräger-Wissenschaftspreis wurde 2004 von der Familie Dräger und der Drägerwerk AG auf Initiative von Frau Lisa Dräger für eine hochrangige wissenschaftliche Publikation aus der Universität ins Leben gerufen.

Die Staatlichen Universitätspreise der Universität zu Lübeck sind mit je 1.500 Euro dotiert und werden für herausragende Doktorarbeiten aus den Sektionen der Universität vergeben. Der Preisträger 2014 für die Sektion Medizin ist Dr. med. Frederick Strang. Er erhielt den Preis für seine Dissertation „Pentameric C-reactive protein dissociation on microparticels following myocardial infarction and in the pathogenesis of Alzheimer’s disease“, die er in der Medizinischen Klinik II angefertigt hat. Der Preisträger für die Sektionen Informatik/Technik und Naturwissenschaften ist Dr. rer. nat. Aleksandar Rakovic. Er erhielt den Preis für seine Dissertation „Impact of Parkinson disease-related mutations in PINK1 on Parkin and mitochondrial fusion/fission factors in human-derived cells“, die er in der Klinik für Neurologie angefertigt hat.

Dr. rer. nat. Sonja Binder erhielt den Renate-Maaß-Forschungspreis 2014. Damit wird sie für ihre Forschungsleistungen zur schlafabhängigen Gedächtniskonsolidierung und der daran beteiligten neuronalen Oszillationen im Nagermodell ausgezeichnet, die sie im Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie erarbeitet hat. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Renate-Maaß-Stiftung (Sitz: Volksbank Lübeck) für herausragende Arbeiten im Bereich der Hirnforschung an der Universität zu Lübeck vergeben.



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