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Das Programm der 59. Nordischen Filmtage Lübeck präsentiert 194 Filme

Autor: Klaus Mittelstädt am 12.10.2017

film

Bei der heutigen Programmpressekonferenz der 59. Nordischen Filmtage Lübeck (01.-05.11.17) stellten die beiden Leiter des Festivals, Linde Fröhlich (Artistic Director) und Florian Vollmers (Managing Director), zusammen mit weiteren SektionsleiterInnen das Programm der kommende Ausgabe vor.

Foto: Klaus Mittelstädt ( das Team v.l. F. Vollmers, D. Bandhold, Jörg Schöning, F. Kremser-Klinkertz, L.Fröhlich)



195 Filme, werden an fünf Tagen in den vier Festivalkinos sowie diversen Sonderspielstätten gezeigt – davon allein 18 Filme im Spielfilmwettbewerb um den mit 12.500 Euro dotieren NDR-Filmpreis. Mehr als die Hälfte der Wettbewerbsfilme sind Debütfilme. Dabei sind die Länder Dänemark und Schweden mit fünf bzw. vier Filmen vertreten, neben Norwegen und Finnland mit je drei Filmen. Die Nordischen Filmtage Lübeck sind einzigartig als Filmfestival in Deutschland und auf dem europäischen Kontinent mit ihrem Schwerpunkt auf Filmen aus den Nordischen Ländern und dem Baltikum. Veranstalter des Filmfestivals ist die Hansestadt Lübeck.

Eröffnet wird das Festival am 1. November 2017 mit der Deutschlandpremiere der schwedischen Produktion „Träum’ weiter“ (Dröm vidare/Beyond Dreams), dem Spielfilmdebüt der jungen Regisseurin Rojda Sekersöz. Der Film steht stellvertretend für viele Produktionen im Wettbewerbsprogramm, die junge Protagonistinnen in den Mittelpunkt der Handlung stellen und ihre Lebenswelten in großer Themenvielfalt abbilden.

In vielen Filmen sind es junge Frauen, die in ganz vielfältigen Hauptrollen zu sehen sind. Wie in „Miami“ von Zaida Bergroth aus Finnland, in dem zwei ungleiche Schwestern durchs Land reisen. Die Regisseurin und beide Darstellerinnen stellen ihren Film in Lübeck vor. Auch in „Thelma“, ist es in Joachim Triers gleichnamigem Film eine junge Frau, die

gerade ihr Studium begonnen hat und deren Liebe übernatürliche Kräfte freisetzt. „Darling“ aus Dänemark zeigt das Schicksal einer jungen Balletttänzerin, die aufgrund einer Krankheit ihre Karriere beenden muss (Regie: Birgitte Stærmose, mit Danica Curcic, Gustaf Skarsgård, Ulrich Thomsen uvm.) während in „Das Ende der Kette“ (Keti lopp / The End of the Chain) aus Estland, die Protagonistin auf einen Neuanfang hofft, inszeniert hat Priit Pääsuke. Beziehungsgeschichten behandeln zahlreiche Spielfilme auf vielschichtigen Ebenen wie in „Die Ex-Frau“ (Ex-frun) der schwedischen Regisseurin Katja Wik, in dem drei Frauen an ganz unterschiedlichen Punkten ihrer Beziehung stehen, während „Eine fürchterliche Frau“ (En frygtelig kvinde/A Horrible Woman)ganz damit beschäftigt ist, zerstörerische Kräfte darin zu entwickeln. Hier hat der Däne Christian Tafdrup Regie geführt.

 

Generationenkonflikte zeigen weitere Spielfilme auf: in „Was werden die Leute sagen“ (Hva vil folk si / What Will People Say) von Iram Haq aus Norwegen, die in Lübeck 2013 mit dem NDR Filmpreis ausgezeichnet wurde, muss sich die junge Hauptfigur mit ihren Eltern auseinandersetzen, die sie gegen ihren Willen zu Verwandten nach Pakistan schicken.

Eine deutsche Ko-Produktion von Rohfilm Factory, deutscher Verleih ist Pandora Film. „Das Entschwinden“, eine niederländisch-norwegische Ko-Produktion von Boudewijn Koole, zeigt hingegen den Versuch einer jungen Frau, sich mit ihrer Mutter und dem Leben auszusöhnen. Im Gegensatz dazu steht der 15-jährige Klas in „Die Raben“ (nach dem gleichnamigen Roman von Tomas Bannerhed) in Konflikt mit seinem Vater (Regie: Jens Assur, Schweden), der ihn unbedingt als Hoferben einsetzen möchte, er hingegen möchte lieber heute als morgen fort gehen. Auch der junge Leevi ist wegen seines strengen Vaters ins Ausland gegangen in „Ein Augenblick im Schilf“ (A Moment in The Reeds), eine Inszenierung von Mikko Makela (Finnland), kehrt allerdings zurück und erlebt die Liebe zu einem jungen Immigranten. In die 1970erJahre führt der Film „Sternsinger“ (Kaiken se kestää / Star Boys) von Regisseur Visa Koiso-Kanttila, in dem sich zwei Jugendliche mit den sexuellen Befreiungsversuchen ihrer Eltern auseinander setzen müssen.

 

Ganz andere Probleme hat hingegen der Kleinganove Metin aus der schwedischen Vorstadt als sein „Tagebuch eines Gangsters“ (Måste gitt / A Hustler's Diary, Regie: Ivica Zubak) einem Verleger in die Hände fällt. Regisseur und Hauptdarsteller präsentieren ihren Film in der Hansestadt. Kriminelle Aktivitäten werden auch dem versierten Bankräuber Mikael unterstellt, der fortan mit der Polizei zusammenarbeiten soll und im gleichnamigen Film „3 Dinge“ fordert. Für Drehbuch und Inszenierung verantwortlich sind Jens Dahl aus Dänemark, die Hauptrollen sind mit Nikolaj Coster Waldau („Game of Thrones“) und Birgitte Hjort Sørensen („Borgen – Gefährliche Seilschaften“) prominent besetzt.

Welche fatalen Folgen hingegen ein bizarrer Nachbarschaftsstreit haben kann, zeigt schwarzhumorig „Unter dem Baum“ (Undir trénu / Under the Tree) des Isländers Hafsteinn Gunnar Sigurdsson. Ko-produziert hat den Film die deutsche One-Two-Films. Eine Vision der Zukunft präsentiert „Qeda – Der geteilte Mensch“ (QEDA - Man Divided), derdie Zerstörung des Ökosystems im Jahr 2095 vor Augen führt. Der dänische Regisseur des Films, Max Kestner, ist ebenfalls im diesjährigen Dokumentarfilmprogramm vertreten, mit „Amateurs in Space“.

 

Auch in diesem Jahr laufen am neuen Standort Klingenberg in Lübeck im mobilen Fulldome Kino beeindruckende 360° Filme. Hier kann auch einer Weltneuheit beigewohnt werden, denn die Nordischen Filmtage zeigen in diesem Jahr zum ersten Mal interaktive realtime-VR-experiences, die in der Kuppel-Leinwand des Fulldome-Kinos gespiegelt werden. Das Festival beschreitet damit einen ganz neuen Weg, denn hinter dem INTERACTIVE DOME VR steckt ein neuer technischer Ansatz, den der Kurator der 360° Filme, Ralph Heinsohn, mit den Filmtage Partnern, der Firma VR Nerds GmbH aus Hamburg und den Filmkünstlern Michelle und Uri Kranot eigens für das Festival entwickelt hat: Anders als in linearen Filmen gibt es bei diesen immersiven Geschichten keine feste zeitliche Abfolge.

Die Werke „Nothing Happens“ (Produktion: Dansk Tegnefilm, DK / Miyu Productions, F) und „Lucid Trips“ (VR Nerds) sind mehr als performative, installationsartige Inszenierungen zu verstehen, bei denen das Publikum Teil der Aufführung wird. Der Betrachter bewegt sich dabei buchstäblich durch eine neue Welt. Mit der VR-Brille kann er sich individuell um Objekte herumbewegen, die im Film zu sehen sind, hinter Wände schauen und selbst entscheiden, wann und wie schnell er es tut – ganz anders als im „klassischen“ Film, der ja den zeitlichen Ablauf der Erzählung vorgibt. Zum ersten Mal wird es so nun für ein Publikum möglich, die Perspektive eines VR-Spielers in der tatsächlichen Rundum-Darstellung mitzuverfolgen und Teil seiner Handlungen und seiner Erlebnisse zu werden. Ein ganz neuer Ansatz, der eigens für die diesjährigen Filmtage angeboten wird.

Weitere außergewöhnliche Spielorte sind neben den vier Festivalkinos CineStar Filmpalast Stadthalle, dem Kolosseum, dem Koki und dem Filmhaus Kino auch die Museumskirche St. Katharinen oder die St. Petri Kirche.

Das ausführliche Programmraster mit allen Vorführzeiten sowie weiteren Details zu den Filmen, Events und Rahmenveranstaltungen ist ab dem 21. Oktober 2017 auf der Festivalhomepage einsehbar. Am 28. Oktober beginnt der Kartenvorverkauf um 15:00 Uhr im CineStar Filmpalast Stadthalle, online über die Festival Webseite und www.cinestar.de

Am 4. November 2017 werden die acht Preise des Festivals im Theater Lübeck vergeben. Medienpartner der Nordischen Filmtage sind die Lübecker Nachrichten und der Norddeutsche Rundfunk, der in diesem Jahr zehn eigene Produktionen im Programm der Filmtage hat.

Neben dem Filmprogramm werden auf der Festival Homepage regelmäßig Sonderveranstaltungen und Events sowie die neuesten Highlights, Kurznachrichten oder Filmclips von Filmtage-Gästen auf Facebook / Twitter / Instagram.com/nordicfilmdays vorgestellt.

 

Sie unter www.filmtage.luebeck.de


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