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Zuversicht bei der Wirtschaft im Hansebelt

Autor: Horst Schinzel am 06.01.2015

hansebelt

Die Stimmung der Wirtschaft im HanseBelt ist gut: Der Anstieg des IHK-Konjunkturklimaindex auf 125,1 Punkte belegt die positive Stimmung. Am Dienstag stellte die IHK zu Lübeck ihren Ausblick auf das Jahr 2015 vor.

Der erneute Anstieg des Industrieumsatzes in Schleswig-Holstein, die erhöhte Binnennachfrage, das Weihnachtsgeschäft auf hohem Niveau und der ungeahnte Touristenansturm auf die Ostseeküste haben der Wirtschaft im Bezirk der IHK zu Lübeck einen guten Start in das neue Jahr beschert. Ebenfalls günstig auf die geschäftliche Lage der Unternehmen wirkten sich das weltweite Anziehen der Konjunktur aufgrund des sinkenden Ölpreises und positive Daten vom Arbeitsmarkt aus.

"Trotzdem ist die Lage in der Wirtschaft angespannt. Die wirtschaftliche Schieflage Russlands, deren weiterreichende Folgen heute noch nicht absehbar sind, wirkt sich belastend auf den exportstarken industriellen Mittelstand im IHK-Bezirk aus. Hinzu kommen äußere Faktoren wie die Ukraine-Krise, die Kriege im Nahen Osten und die wieder aktuellen Probleme im Euroraum. Auch die Rente mit 63, die Auswirkungen des Mindestlohnes und die mangelnde Rechtssicherheit bei der Erbschaftssteuer lasten wie Blei auf dem Mittelstand", sagte Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck.

"Die Aussichten für 2015 sind gut, unsere Mitgliedsbetriebe berichten in einer aktuellen Konjunkturumfrage über volle Auftragsbücher und eine hohe Auslastung auch in den kommenden Monaten. Der Konjunkturklimaindex ist nach einer ersten Trendrechnung um 3,2 Punkte auf 125,1 Punkte gestiegen, die Stimmung ist deutlich besser als im vorangegangen Quartal", berichtete Kühn. "Ein wichtiger Treiber dieser grundsätzlich erfreulichen Entwicklung ist das gut laufende Auslandsgeschäft der IHK-Mitglieder." Außer der aktuellen Entwicklung des Eurokurses dürften hier auch die fortgesetzten Gespräche zum transatlantischen Handelsabkommen TTIP weiteren Auftrieb geben.

Auch die Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns seien vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gefährlich: "Besonders kleinere Unternehmen der Branchen Transport, Tourismus, Handel und Dienstleistungen dürften Schwierigkeiten haben, die Beschäftigung in dem jetzigen Maße aufrecht zu erhalten." Der Mindestlohn setze Einstiegshürden für Geringqualifizierte, die Schwächsten am Arbeitsmarkt. Auch die im Gesetz verankerte Altersgrenze von 18 Jahren greife zu früh. Eine Folge sei, dass junge Menschen sich für einen kurzfristig attraktiveren Mindestlohnjob entscheiden könnten, anstatt eine langfristig lohnendere qualifizierte Ausbildung zu absolvieren, bemängelte Kühn.

Dem pflichtete Hauptgeschäftsführer Schöning bei: "Nach wie vor sind eine solide duale Ausbildung und darauf aufbauende Weiterbildung Schlüsselfaktoren für die Qualität in allen Arbeits- und Prozessabläufen. Kein Unternehmen will darauf verzichten." Daher habe die Wirtschaft gemeinsam mit der Bundesregierung, den Gewerkschaften und weiteren Partnern die Allianz für Aus- und Weiterbildung von 2015 bis 2018 vereinbart. "Damit wollen wir für unser bewährtes duales System werben und mehr Auszubildende gewinnen", so Schöning.

2014 stieg die Zahl der bei der IHK registrierten Verträge um rund 3,3 Prozent auf 3.930. Es gebe weiterhin viele Plätze, aber zu wenig passende Bewerber. Allein im Bezirk der IHK zu Lübeck blieben knapp 400 Stellen unbesetzt, so Schöning. Die IHK werde daher 2015 die Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden noch passgenauer unterstützen, kündigte er an.

Alle IHK-Mitglieder in den Kreisen Ostholstein, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie in der Hansestadt Lübeck sind vom 9. November bis 8. Dezember 2015 aufgerufen, ihre 64 Vertreter für das höchste Gremium der Kammer zu wählen. "Wie die Gesellschaft lebt auch die Wirtschaft vom Mitmachen. Wer wählt oder ein Ehrenamt in der Selbstverwaltung der Wirtschaft ausübt, kann mitbestimmen und die Rahmenbedingungen für die regionale Wirtschaft mit gestalten", so Kühn. Das fange bei Infrastrukturprojekten wie dem Ausbau von Straßen und der Breitbandversorgung an und reiche bis zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz oder der Erbschaftsteuer.

Bei der Infrastruktur habe noch einiges zu geschehen: Der Stillstand beim Bau der Autobahn 20 sei ein Rückschlag für den gemeinsamen Wirtschaftsraum Schleswig-Holstein-Hamburg. "Andere Regionen sind uns bei derartigen Projekten weit voraus. Wir müssen endlich die Weichen stellen, damit wir vorankommen", sagte Schöning. Das betrifft auch den Ausbau der B404 von Bargteheide nach Süden als A21. "Die Elbquerungen sind extrem anfällig für Störungen, wie die unfallbedingte Sperrung der Süderelbbrücke in Hamburg belegt. Daher fordern wir, die Planungsreife für den Ausbau der B404 voranzutreiben und das Projekt in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen."

Grundsätzlich seien die Landesregierung und die Kommunen weiterhin gefordert, die Bürokratie abzubauen und ihre Haushalte zu konsolidieren. "Nur dann lassen sich Belastungen für die Wirtschaft vermeiden. Wir haben es satt, ständig die Lücken in den Etats durch höhere Abgaben und einen höheren bürokratischen Aufwand stopfen zu müssen", betonte Präses Kühn

Foto: Harld Denkmann


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