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Lübeck: Rekordergebnisse bei Dräger

Autor: Horst Schinzel am 11.03.2015

 Foto Vorstandschef Stefan Dräger

(Von Horst Schinzel) - Das Familienunternehmen Dräger ist nach wie vor eines der bedeutendsten Industrieunternehmen an der Trave. Nach manchen durchwachsenen Jahren steht es glänzend da. Vorstandschef Stefan Dräger stellte an diesem Mittwoch die Zahlen für 2014 vor.

Foto Vorstandschef Stefan Dräger

Die Drägerwerk AG & Co. KGaA hat im Geschäftsjahr 2014 neue Rekordstände bei Auftragseingang und Umsatz erreicht. Der Auftragseingang legte um 1,3 Prozent auf 2.415,5 Millionen Euro (2013: 2.384,6 Millionen Euro) zu. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent auf 2.434,7 Millionen Euro (2013: 2.374,2 Millionen Euro).

Währungsbereinigt nahm der Auftragseingang um 2,8 Prozent und der Umsatz um 4,0 Prozent zu. Auftragseingang und Umsatz legten dabei währungsbereinigt in allen Regionen zu. "Wir blicken auf ein Geschäftsjahr mit wechselhaftem Verlauf zurück. Auf eine schwache Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr folgte ein fulminanter Schlussspurt.", so Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der Drägerwerk Verwaltungs AG.

Das Geschäft der Medizintechnik hat sich in den drei wichtigen Ländern USA, China und Russland nur schwach entwickelt. Dafür war besonders Südeuropa stark und ist im Vergleich zum Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 11,1 Prozent zurück und belief sich auf 178,6 Millionen Euro (2013: 200,8 Millionen Euro). Die EBIT-Marge erreichte 7,3 Prozent (2013: 8,5 Prozent) und lag damit über der im Sommer vergangenen Jahres abgesenkten Bandbreite von 4,5 bis 6,5 Prozent für die EBIT-Marge. Der Kurs des Euro hat sich insgesamt negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Zwar schwächte sich der Euro in der zweiten Jahreshälfte deutlich ab, doch im Jahresdurchschnitt wirkte sich die Eurostärke belastend auf die EBIT-Marge aus.

Der Jahresüberschuss reduzierte sich um 12,7 Prozent auf 104,7 Millionen Euro (2013: 119,9 Millionen Euro). Der Dräger Value Added (DVA), für den Konzern die wichtigste Steuerungskennzahl, ging um 28,4 Prozent auf 81,6 Millionen Euro (2013: 113,9 Millionen Euro) zurück.

Im vierten Quartal stieg der Auftragseingang währungsbereinigt um 5,5 Prozent auf 672,1 Millionen Euro (2013: 627,9 Millionen) Euro. Den Umsatz steigerte Dräger währungsbereinigt sogar um 6,3 Prozent auf 769,7 Millionen Euro (2013: 718,2 Millionen Euro) und erreichte damit einen neuen Rekordstand für das traditionell starke Schlussquartal. Das EBIT stieg im vierten Quartal um 8,7 Prozent auf 97,3 Millionen Euro (2013: 89,5 Millionen Euro), was einer EBIT-Marge von 12,6 Prozent im vierten Quartal entspricht (2013: 12,5 Prozent).

Dem Eigenkapital sind im Geschäftsjahr 2014 104,7 Millionen Euro aus betrieblicher Tätigkeit zugeflossen. Hinzu kam ein weiterer Zufluss in Höhe von 34,9 Millionen Euro aus der Ausübung von elf Optionen. Diese waren 2009 im Rahmen des Erwerbs der Siemens Anteile an der Dräger Medical GmbH ausgegeben worden. Die im Geschäftsjahr 2014 geänderten versicherungsmathematischen Parameter für die Pensionsrückstellungen, insbesondere der weiter abgesenkte Rechnungszins, reduzierten hingegen das Eigenkapital nach Steuereffekten um 56,9 Millionen Euro. In Summe belief sich die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2014 auf 40,1 Prozent. Entsprechend der Ausschüttungspolitik verdoppelt sich damit die Ausschüttungsquote auf 30 Prozent des Jahresüberschusses nach Abzug der Ergebnisanteile nicht beherrschender Anteilsinhaber. Der Vorstand wird der Hauptversammlung am 30. April 2015 daher eine Dividende je Stammaktie von 1,33 Euro (2013: 0,77 Euro) und je Vorzugsaktie von 1,39 Euro (2013: 0,83 Euro) vorschlagen.

Im Rahmen des Programms ›Fit for Growth‹ hat Dräger 2014 eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, mit denen die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz weiter gestärkt werden soll. Das Teilprogramm ›SHAPE‹ konzentriert sich dabei auf Prozesse und Strukturen in den Funktionen Vertrieb, Marketing und Verwaltung. Ein effektives Kostenmanagement und die weitere Verbesserung des Working Capitals sind weitere wichtige Elemente. In dem Teilprogramm ›FIT!‹ geht es darum, den Kundennutzen von Innovationen schneller in den Markt zu bringen. Das Programm betrachtet dabei alle Phasen des Produktlebenszyklus, also von der Produktidee, über die Entwicklung bis hin zur erfolgreichen Markteinführung – zusammengefasst als ›time to market‹. Darüber hinaus ist die Optimierung des globalen Footprints ein wesentlicher Bestandteil des ›Fit for Growth‹- Programms. Die gewachsene Standortstruktur wird dabei mit Blick auf eine effizientere Aufstellung überprüft. Am Standort Lübeck investiert Dräger dazu mehr als 70 Millionen Euro in die Zukunftsfabrik, um die Produktions- und Logistikprozesse zu verbessern.

Für die USA hat Dräger entschieden, seinen Standort in Pittsburgh im Juli 2016 zu schließen. Die Konsolidierungsmaßnahme sieht vor, alle kundennahen Tätigkeiten wie Vertrieb und Service an den bereits bestehenden Dräger-Standort in Houston, Texas, zu verlegen. Dort wird zukünftig auch die globale Verantwortung für Strategie und Geschäftsentwicklung mit Kunden der Ölund Gasindustrie angesiedelt sein. Mit dieser Entscheidung stärkt Dräger seinen Zugang zu den wichtigsten Wachstumsmärkten der Sicherheitstechnik in den USA und weltweit. Die administrativen Bereiche werden aus Pittsburgh an anderen Dräger-Standorten zusammengeführt. Von der Schließung des Standorts sind insgesamt 150 Mitarbeiter betroffen. Einem Teil von ihnen bietet Dräger die Möglichkeit, im Anschluss an einen anderen Dräger-Standort zu wechseln.

"Unser Effizienzprogramm ›Fit for Growth‹ wird unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern. Dabei haben wir besonders unsere internen Strukturen im Blick. Die Anpassung unserer Produktionsstandorte in den USA ist hierbei ein wichtiger Schritt", so Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der Drägerwerk Verwaltungs AG.

Dräger hat sein Portfolio im Bereich der Gasmesstechnik um eine wichtige und zukunftsträchtige Technologie ergänzt, um seine strategische Position in der Öl- und Gasindustrie wie auch in der chemischen Industrie zu stärken. Dazu hat Dräger durch die Dräger Holding International GmbH, eine Tochtergesellschaft der Drägerwerk AG & Co. KGaA, einen Vertrag zum Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der GasSecure AS in Oslo, Norwegen, abgeschlossen. Das im Jahr 2008 gegründete und seit 2010 durch Venture Capital finanzierte Startup-Unternehmen verfügt über einen vollständig kabellosen optischen Gassensor für Kohlenwasserstoffe und ein auf dieser Technologie basierendes marktreifes Produkt. Es wurde ein Kaufpreis zwischen 55 bis 60 Millionen Euro vereinbart.

Für das Geschäftsjahr 2015 rechnet Dräger mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 2,0 bis 5,0 Prozent. Bei der EBIT-Marge erwartet Dräger einen Wert zwischen 6,0 und 8,0 Prozent für das Gesamtjahr. Diese Erwartungen unterliegen der Annahme einer sich stabilisierenden Wirtschaftsentwicklung in Europa, insbesondere in Südeuropa, und Nordamerika, eines anhaltenden Marktwachstums in den Schwellenländern sowie gleichbleibender Wechselkursverhältnisse.


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