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Die Autorin Brigitte Fokuhl enttäuscht ihre Leser

Autor: Horst Schinzel am 22.03.2015

Brigitte Fokuhl

(Von Horst Schinzel) - Die Schriftstellerin und Musikerin Brigitte Fokuhl (75) ist im Lübecker Raum und darüber hinaus wohl bekannt. Sie wurde als Brigitte Peters 1940 in Lübeck geboren, ist dort aufgewachsen und auch heute noch wohnhaft. Ihr Leben lang war sie der Musik verbunden durch Chorsingen und Akkordeonspielen. 1990 hat sie sich auf das Schreiben von Gedichten und Kurzgeschichten, hauptsächlich in plattdeutsch, verlegt. Seit 1999 erscheinen regelmäßig Glossen von ihr in den Lübecker Nachrichten.

Foto: Presse Brigitte Fokuhl

Mehrere Geschichten von ihr wurden in Büchern im Quickborn-Verlag veröffentlicht. Sie veranstaltet Lesungen und singt, wenn die Zuhörer es wünschen, mit ihnen unter Akkordeonbegleitung volkstümliche Lieder. Am jährlich stattfindenden Schreibwettbewerb des NDR Welle Nord hat sie mehrfach erfolgreich teilgenommen. Sie ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und Großmutter von 2 Enkelkindern.

Und jetzt hat sie in einem „Zuschuss“ (?)-Verlag ihre Erinnerungen vorgelegt. Und enttäuscht damit ihre Leser grenzenlos. Wer in dem Buch „Geboren 40 – Hol dir das Gefühl zurück!“ liebevolle Aufzeichnungen aus einer sicher nicht immer ungefährdeten Kindheit an der Trave erwartet hat, wird grenzenlos enttäuscht. Die Autorin plaudert – nicht einmal sehr gekonnt – auf dreiundsechzig Seiten über Kindheit und Jugend der Generation 1940. Und dies in Gemeinplätzen, die für die ganze Generation gelten sollen und so gut wie keinerlei Bezug auf ihre Heimatstadt haben. Das gilt selbst für die meisten Fotos! Nur ganz gelegentlich finden sich Lübeck-Spezifika – so wenn die Autorin berichtet, dass um 1950 der Schulhausmeister „Nährstangen“ auf Haferflockenbasis mit Schokolade und Zucker angereichert verteilt habe Im benachbarten Ostholstein sind die dem Rezensenten nie begegnet.

Auch nicht Pakete mit Salzkeksen, Nescafé—Pulver, Candy, Schokolade und Orangenkonzentrat-Pulver. Diese Pakete seien erst in den Schulen verteilt worden, später seien sie in speziellen Geschäften zu kaufen gewesen. Dagegen erwähnt die Autorin das in der Mangelwirtschaft verbreitete „Heißgetränk“ mit keinem Wort. Und auch manches in der Beschreibung der damals bei Kindern und Jugend üblichen Kleidung mag großstadt-spezifisch sein.

Sonst aber schildert Brigitte Fokuhl das Leben von Kindern und Jugendlichen in der Nachkriegszeit bis 1960 so verallgemeinernd, dass dies gewiss für ganz West-Deutschland zutrifft. Aus diesem Buch hätte sich mehr machen lassen! Das Buch wird ist ein Multimedia-Projekt mit eigener Webseite mit Texten, Fotos, Filmclips und Musik. Brigitte Fokuhl, -Geboren 40 –Hol di das Gefühl zurück, 2015, Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen




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