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Fassbinders »Welt am Draht« feiert Premiere in den Lübecker Kammerspielen

Autor: CIS am 21.04.2015

Foto: Thorsten Wulff

Regisseur Gernot Grünewald hat mit seinem Ensemble eine ungewöhnlich multimediale Umsetzung der Fassbinderschen Krimihandlung um reale und irreale Welten und die globale Überwachung erarbeitet. Am Freitag, den 01. Mai, um 20.00 Uhr feiert die Schauspielproduktion ihre Premiere in den Kammerspielen des Theater Lübeck. Der junge Regisseur Gernot Grünewald, der nach Arbeiten u. a. am Staatstheater Karlsruhe, den Schauspielhäusern von Frankfurt, Wien und Bremen für spektakulären Umgang mit Videotechnik bekannt ist, hält auch für diese Produktion aufwändige Filmsequenzen bereit, die die subjektive Perspektive von Fassbinders »Identitätseinheiten« auf der Bühne erfahrbar machen werden.

Foto: Thorsten Wulff

Im Film wird im »Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung« ein bahnbrechendes Forschungsprojekt betrieben: Man hat in einer Computersimulation eine künstliche Welt erschaffen, in der man das Verhalten der »Identitätseinheiten«, die wie reale Menschen handeln und fühlen, beobachten kann. Als unter mysteriösen Umständen der Technische Leiter des Instituts umkommt, beginnt für Fred Stiller eine aufreibende Reise an die Grenzen der eigenen Vorstellungskraft. Was wäre, wenn man selbst nur Simulation und der eigene Körper nur Schatten eines realen Menschen wäre, der das Computerprogramm steuert, das man für die Welt hält?

Spannungsreich wie ein packender Thriller, inspiriert von philosophischen Modellierungen des menschlichen Bewusstseins, erzählt Rainer Werner Fassbinder seinen nach eigener Aussage »unterhaltsamsten« Film. »Das Gefühl, ständig observiert zu sein, das Gefühl ständig unter Beobachtung zu stehen« nannte er als Ausgangspunkt für sein Werk, das er 1973 basierend auf dem amerikanischen Science-Fiction-Roman »Simulacron-3« von Daniel F. Galouye als Fernsehfilm fertig stellte. Nach dem fulminanten Erfolg der Erstausstrahlung geriet das Meisterwerk weitgehend in Vergessenheit, bis 2010 erstmals eine restaurierte Fassung gezeigt wurde. Lübeck ist das erst dritte Theater im deutschsprachigen Raum, das diese meisterhafte philosophische Zukunftsvision auf die Bühne bringt.

I Gernot Grünewald A Michael Köpke Video Jonas Plümke M Daniel Sapir

Mit Cornelia Dörr, Marlène Meyer-Dunker; Jan Byl, Matthias Herrmann, Thomas Schreyer, Will Workman

Kostprobe Mo, 27/04, 18.30 Uhr

Premiere Fr, 01/05, 20.00 Uhr

Weitere Vorstellungen So, 03/05, 18.30 Uhr (Theatertag); Sa, 10/05, 16.00 Uhr; Do, 11/06, 20.00 Uhr; Sa, 27/06, 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Theater Lübeck, Kammerspiele

Preise von 12 – 31 Euro (ermäßigt von 10 – 19 Euro), Premierenkarten von 18 – 36 Euro.

Kartentelefon 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.


Schlagworte:
kammerspiele lübeck

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