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Das Theater Lübeck zieht Bilanz

Autor: Horst Schinzel am 27.04.2015

Foto Klaus Mittelstädt

(Von Horst Schinzel) - Auf der Pressekonferenz der Theater Lübeck gGmbH am 23. April 2015 zum Spielplan der Saison 2015/16, sagte der Geschäftsführende Theaterdirektor Christian Schwandt: »Im Kalenderjahr 2014 stiegen die Löhne und Gehälter der MitarbeiterInnen der Theater Lübeck gGmbH um 1,3 Mio. Euro. Die Hansestadt Lübeck hat davon 400.000 Euro übernommen. Der Rest musste in zum Teil schwierigen und schmerzhaften Einzelschritten ausgeglichen werden.

Foto Klaus Mittelstädt

Das vielleicht wichtigste Ergebnis: bereits das achte Jahr in Folge haben das Theater und das Orchester 2014 ihre Eigeneinnahmen gesteigert. In der Spielzeit 2014/15 werden wir erneut ein Rekordergebnis bei den Einnahmen aus Eintrittskarten erzielen. Im Jahresabschluss des Jahres 2014 hatten wir Umsatzerlöse von 2,8 Mio. Euro, Spenden von 600.000 Euro und sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 220.000 Euro, also insgesamt 3,62 Mio. Euro.

In der laufenden Spielzeit 2014/15 haben wir das Umsatzergebnis seit dem 05. April übertroffen. Die sehr hohen Spenden werden aber wahrscheinlich den Vorjahreswert nicht erreichen. Insgesamt erwarte ich Eigeneinnahmen von 3,6 bis 3,7 Mio. Euro.

Wir haben einen Selbstfinanzierungsgrad von 16 bis 17 Prozent. Auch die übrigen Zahlen können sich sehen lassen. Wir haben die Zuschauerzahlen von 144.000 auf 170.000 bis 180.000 erhöht. Im Kalenderjahr 2014 waren es 177.000 Zuschauer, 2015 werden wir etwa 170.000 bis 175.000 Zuschauern zu verzeichnen haben. Bisher sind wir auf dem Niveau des Vorjahres. Aber wir werden 2015 wahrscheinlich etwas weniger spielen. Unsere Auslastung bewegt sich seit nunmehr fünf Jahren zwischen 83 und 85 Prozent. Die großen Renner im Musiktheater sind ›Schwanensee‹ mit 98 Prozent, ›La Bohème‹ mit 92 Prozent, aber auch die Wiederaufnahmen ›Hänsel und Gretel‹ und ›Evita‹ mit je 85 Prozent. Im Schauspiel ›Amerika‹ und ››Edith Piaf‹ mit 99 Prozent, aber auch ›Mephisto‹ mit 95 Prozent und ›Riders on the storm‹ und ›Rocky Horror Show‹ mit 98 Prozent. Immer ausverkauft sind die Studio-Produktionen ›Ranzlichter‹ und ›Szenen einer Ehe‹. Die Schulproduktion ›Out!‹ haben wir inzwischen das 95. Mal ausverkauft gespielt.

Durch die Mehreinnahmen im Kartenumsatz und Sparmaßnahmen, insbesondere auch beim Personal, werden wir das Kalenderjahr 2015 mit einem Ergebnis zwischen minus 50.000 und plus 50.000 Euro abschließen. Zurzeit beträgt der Zuschuss der Hansestadt Lübeck 7,9 Mio. Euro. Der Zuschuss aus dem Kommunalen Finanzausgleich des Landes Schleswig-Holstein wird 2015 bei 10,1 Mio. Euro für das Theater Lübeck liegen. Die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck beschäftigt sich in ihrer Mai-Sitzung intensiv mit den Lübecker Philharmonikern und dem Theater Lübeck. Dabei wird es darum gehen, ob die Tariferhöhungen ab März 2016 durch Zuschusserhöhungen ausgeglichen werden oder ob 20 Stellen abgebaut werden müssen

… und hält Ausschau

Das Musiktheater startet in die neue Spielzeit mit Ludwig van Beethovens Oper »Fidelio« unter der Musikalischen Leitung von Lübecks GMD Ryusuke Numajiri und in der Inszenierung von Waltraud Lehner. Es folgt die Premiere des Balletts »Drei Schwestern« in der Choreographie von Yaroslav Ivanenko nach Anton Tschechow zur Musik von Franz Schubert – und damit eine erneute Zusammenarbeit mit dem Theater Kiel. Mit der berühmten »West Side Story« mit der Musik von Leonard Bernstein folgt ein neues Musical am Theater Lübeck – die Musikalische Leitung übernimmt Ludwig Pflanz, die Regie Wolf Widder. Für »Hoffmanns Erzählungen« kehrt Florian Lutz an die Beckergrube zurück, der in der aktuellen Spielzeit mit »Tannhäuser« für Aufsehen gesorgt hat. Es dirigiert GMD Ryusuke Numajiri.

Sandra Leupold, im vergangenen Jahr mit dem renommierten deutschen Theaterpreis DER FAUST für ihren Lübecker »Don Carlo« ausgezeichnet, nimmt sich Wolfgang Amadeus Mozarts »Così fan tutte« an, das Dirigat hat Erster Kapellmeister Andreas Wolf inne. Mit »Lady Macbeth von Mzensk« steht eine Oper von Schostakowitsch auf dem Spielplan des Großen Hauses, die Inszenierung übernimmt Jochen Biganzoli, das Dirigat Andreas Wolf. Auch die folgende Neuproduktion steht unter seiner Leitung: »Romeo und Julia (I Capuleti et i Montecchi)« von Vincenzo Bellini. Es inszeniert, erstmals in Lübeck, Michael Sturm. Mit »Attila« von Giuseppe Verdi präsentiert das Theater Lübeck zum Ende der Saison eine Inszenierung des renommierten Opernregisseurs Peter Konwitschny. Es handelt sich um eine Kooperation mit dem Theater an der Wien. Die Musikalische Leitung übernimmt GMD Ryusuke Numajiri.

Auch 2015/16 wird es eine Kooperation mit der Musikhochschule Lübeck geben – eine neue Kammeroper wird gegen Ende der Saison in den Kammerspielen auf die Bühne gebracht. Für Kinder ab 7 Jahreese ab 7 Jahren wird es im Großen Haus »Die Marzipanpiraten« geben und für Kinder ab 8 Jahren im Jungen Studio »Fidelio für Kinder« – hiermit setzt das Theater Lübeck die erfolgreiche Kooperation mit der Taschenoper fort. Eine weitere Premiere im Jungen Studio wird »Lieber ein halber Mann als gar kein Problem« in der Regie von Effi Méndez sein.

Das Schauspiel eröffnet die Saison im Großen Haus mit »Die Nibelungen« von Friedrich Hebbel unter der Regie von Andreas Nathusius und setzt damit das Projekt »Wagner-trifft-Mann« fort. In den Kammerspielen zeigt am selben Wochenende die Regisseurin Mirja Biel ihre Sichtweise auf Büchners berühmten »Woyzeck«. Es folgt in den Kammerspielen die Premiere von »Die zehn Gebote« nach den Fernsehfilmen Dekalog 1–10 von Krzysztof Kieślowski und Krzysztof Piesiewicz. Die Regisseurin Crescentia Dünßer zeigt hiermit ihre erste Arbeit in Lübeck. Als Weihnachtsmärchen mit Live-Musik für Kinder ab 6 Jahren zeigt Pit Holzwarth seine Inszenierung des »Pinocchio« nach Carlo Collodi. Andreas Nathusius nimmt sich zum Jahresende Ödön von Horváths »Geschichten aus dem Wiener Wald« an und Schauspieldirektor Pit Holzwarth übernimmt die Regie von »Die Katze auf dem heißen Blechdach« nach Tennessee Williams – beide Produktionen finden in den Kammerspielen statt. Anlässlich des 450. Geburtstages und 400. Todestages von William Shakespeare zeigt das Theater Lübeck im Großen Haus »Der Sturm«. Der versierte Shakespeare-Regisseur Patrick Schlösser, dem Lübeck bereits mehrere erfolgreiche Inszenierungen des berühmten Dramatikers verdankt, kehrt hierfür ans Theater Lübeck zurück. Marco Štorman inszeniert »Kinder der Sonne« von Maxim Gorki und Anna Bergmann Rainer Werner Fassbinders »Die bitteren Tränen der Petra von Kant«. Beide sind ebenfalls regelmäßig zu Gast in Lübeck. Auch Michael Wallner führt erneut Regie in der kommenden Spielzeit: Er zeigt seine Bearbeitung von Thomas Manns Novelle »Tod in Venedig« in den Kammerspielen und gibt damit einen weiteren Beitrag zum Renommierprojekt »Wagner-trifft-Mann«. Im Jungen Studio stehen zwei Neuproduktionen auf dem Spielplan: »Die Ereignisse« von David Greig (Regie: Carina Riedl) und »Herz der Finsternis« nach Joseph Conrad (Regie: Gernot Grünewald).

Die Neuproduktionen werden ergänzt durch zahlreiche Wiederaufnahmen von beliebten Repertoire-Stücken. Das Musiktheater setzt 2015/16 im Großen Haus die folgenden Produktionen fort: »The Fairy Queen«, »L’elisir d‘amore«, »Hänsel und Gretel«, »La Bohème« und »Im weißen Rößl«. Im Jungen Studio gibt es ein Wiedersehen mit »Ranzlichter« von Knut Winkmann sowie der Taschenopern-Produktion »Küchenoper« für Kinder ab 3 Jahren. Das Schauspiel zeigt weiterhin im Großen Haus »Mephisto« und in den Kammerspielen »Kleiner Mann – was nun?«, »Riders on the storm«, »Welt am Draht«, »Leonard Cohen«, »The Rocky Horror Show« und »Amerika« sowie im Jungen Studio »Der alte König in seinem Exil«, »Szenen einer Ehe« und »Antichrist«.


Schlagworte:
theater lübeck

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