
Courtesy of Carl-Henning Pedersen & Else Alfelts Museum
(CIS-intern) – Mit Dimensionen der Freiheit widmet sich die Kunsthalle St. Annen erstmals umfassend dem Werk von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen, zwei zentralen Positionen der europäischen Nachkriegsmoderne und wichtigen Vertreter:innen der CoBrA-Bewegung.
Mehr als 150 Arbeiten aus vier Jahrzehnten zeichnen die Entwicklung einer Bildsprache nach, die aus Widerstand, radikaler künstlerischer Selbstermächtigung und kollektiver Kreativität hervorging. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Dimensionen der Freiheit, von der künstlerischen Praxis über das politische und gesellschaftliche Engagement bis zu spirituellen Neuerungen.
Die Begegnung von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen markierte den Beginn einer intensiven künstlerischen wie persönlichen Partnerschaft. Beide wandten sich früh gegen akademische Traditionen und schlossen sich den avantgardistischen Künstler:innengruppen Høst und Helhesten an, die während der deutschen Besatzung Dänemarks aktiv Stellung gegen die nationalsozialistische Ideologie bezogen und sich mit den verfemten Positionen der sogenannten „entarteten Kunst“ solidarisierten.
1948 wurden beide Künstler:innen Teil der internationalen CoBrA-Bewegung, die nach den Traumata des Zweiten Weltkriegs eine Kunst jenseits gesellschaftlicher und akademischer Zwänge vertrat. Als Gründungsmitglied beeinflusste Pedersen mit seinem gestisch-expressiven, von nordischer Mythologie, Folklore und Kinderzeichnungen geprägten Stil die Bewegung nachhaltig. Alfelt hingegen blieb ihrer eigenen Bild- und Formensprache treu. Ihre Arbeiten übersetzen Natur, Spiritualität und kosmische Vorstellungen in reduzierte und kristalline Bildräume aus Bergen, Monden und Sonnen, die sich bewusst von der Ästhetik von CoBrA unterschieden.
Für die Kunsthalle St. Annen besitzt die Ausstellung eine besondere sammlungshistorische und kulturpolitische Bedeutung. Mit ihren Schwerpunkten auf deutscher und skandinavischer Nachkriegskunst sowie ihrer geografischen Lage im deutschdänischen Grenzraum versteht sich die Präsentation zugleich als Ausdruck historischer und kultureller Verflechtung beider Länder. Damit wird die Ausstellung auch zu einem Statement für grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit, ein Gedanke, der tief im Werk beider Künstler:innen verankert ist.
DIMENSIONEN DER FREIHEIT.
Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt
23. MAI – 25. OKTOBER 2026
ERÖFFNUNG: 22. MAI 2026
Kunsthalle St. Annen | St. Annen-Str. 15, 23552 Lübeck



