Theater Lübeck: »Der Untertan« feiert am 14. und 15. August Premiere im Großen Haus

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Redakteur

(CIS-intern) –  Lübeck, 05. August 2021. In »Der Untertan« zeichnet Heinrich Mann ein pointiertes Bild des Wilhelminischen Kaiserreichs und übt beißende Kritik an dem Erstarken eines Nationalismus inmitten einer gesamtgesellschaftlichen Unsicherheit. Regisseurin Mirja Biel bringt den satirischen Roman am 14. (Premiere) und 15. August (Premiere +) auf die Große Bühne des Theater Lübeck. Mit Lust an der gesellschaftlichen Analyse sowie an der bitter-bösen Komik der Romanvorlage wird sich Mirja Biel mit diesem Psychogramm eines Karrieristen auseinandersetzen. Nach dem 2007 erfolgreich initiierten »Wagner-trifft-Mann«-Projekt, u. a. mit Dramatisierungen von Thomas Manns »Buddenbrooks«, »Der Zauberberg« und »Lotte in Weimar«, rückt dessen älterer Bruder Heinrich in seinem 150. Geburtsjahr in den Fokus – ein Finale unter Brüdern.

 Foto: Klaus Mittelstädt

Dank einer großzügigen Spende lädt das Theater Lübeck zum Saisonauftakt seine Besucher:innen zur Eröffnungspremiere im Schauspiel ein. Freikarten für beide Termine sind an der Theaterkasse sowie im Webshop unter www.theaterluebeck.de erhältlich (beste Platzwahl nach Verfügbarkeit, solange das Kontingent reicht).

 

Hellsichtig beschreibt Heinrich Mann eine Welt, die auf den Abgrund zusteuert. In seinen Memoiren »Ein Zeitalter wird besichtigt« reflektiert er über »Der Untertan«: »Beendet habe ich die Handschrift 1914, zwei Monate vor Ausbruch des Krieges – der in dem Buch nahe und unausweichlich erscheint. Auch die deutsche Niederlage. Der Faschismus gleichfalls schon: Wenn man die Gestalt des ›Untertan‹ nachträglich betrachtet.«

 

Sein Protagonist Diederich Heßling erscheint als chauvinistischer und präfaschistischer Konformist ohne Zivilcourage. Sohn eines Papierfabrikanten, von Natur aus schwächlich und feige, empfindet er seine kleinstädtische Umgebung als ständige Bedrohung. Doch schon bald lernt Diederich, wie man sich für erlittene Demütigungen durch Anbiederung an die Autoritäten oder an die dominierende Masse rächen kann. Opfer seiner Gegenschläge sind immer die nicht Akzeptierten und Diffamierten: »Aus Klötzen […] erbaute er auf dem Katheder ein Kreuz und drückte den Juden davor in die Knie. Er hielt ihn fest, trotz allem Widerstand. […] Was Diederich stark machte, war der Beifall ringsum«.

Heinrich Mann beschreibt mit geistiger Schärfe den Aufstieg von Heßling zum »ehrenwerten Mitglied der Gesellschaft«, in Wirklichkeit eine Geschichte des moralischen Niedergangs, – und das Scheitern einer ganzen Gesellschaft.

 

Inszenierung und Bühnenfassung M. Biel Bühne M. Nebel Kostüme H. Petersen Musik Arpen Licht F. Hampel

 

Mit R. Behringer, V. F. Ferentschik; R. Brandt, J. Byl, M. Fuchs, H. Kock, J. Merz, S. Rudoff, H. Sembritzki, V. Türpe; Statisterie

 

Premiere 14/08, 19.30 Uhr, Großes Haus

Premiere + 15/08, 18.00 Uhr, Großes Haus

Weitere Termine 29/08, 18.00 Uhr, 04/09, 25/09, jeweils 19.30 Uhr

  

Theaterkasse (Öffnungszeiten: Di – Sa 10.00 – 13.00 Uhr, Di – Fr 14.00 -18.30 Uhr)

Tel: 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.de

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