Theater Lübeck präsentiert zwei neue Schauspiel-Produktionen im Spielplan

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Redakteur
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(CIS-intern) – Lübeck, 24. Februar 2022. Das Theater Lübeck präsentiert »Sickster« von Thomas Melle in der Inszenierung von Max Claessen und Anton August Duddas »Komplizen« in der Inszenierung von Lilly Tiemeyer. Schauspieldirektor Pit Holzwarth hat zusammen mit Katrin Aissen, Leitende Schauspieldramaturgin, und Degna Martens, Schauspieldramaturgin, einen ersten Eindruck von beiden Inszenierungen gegeben.

Foto: © Olaf Malzahn

Am 08. April feiert »Sickster« von Thomas Melle Premiere im Jungen Studio. In Szene setzen wird diesen Text der Regisseur Max Claessen, der bereits mit vielschichtigen Inszenierungen von Gegenwartsstücken u.a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Deutschen Theater Berlin auf sich aufmerksam machte. Das Theater Lübeck wird »Sickster« als zweites Theater im deutschsprachigen Raum auf die Bühne bringen. Thomas Melle hat mit »Sickster« einen höchst aktuellen Text über unsere industriell designte Highspeed-Gesellschaft, über entfremdete Arbeitswelten und deren psychische Tiefenwirkung geschrieben. Mit furiosem Sprachgestus taucht er ein in die Innenwelten von Magnus, Thorsten und Laura, die sich mit dem Optimierungswahn unserer Gesellschaft herumschlagen, sich mit Alkohol und Partys betäuben und mehr und mehr in ihre eigene Parallelwelt abdriften. Doch was ist Wirklichkeit und was ist Projektion? Und sieht der/die »Verrückte« manchmal nicht schärfer als die »Normalen«? Jeder kämpft auf sich allein gestellt mit Krankheit, Sucht und einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung – bis sich die Ausgeschlossenen zusammenschließen…

Die Regieassistentin Lilly Tiemeyer inszeniert in ihrem ersten eigenen Projekt am Theater Lübeck den Auftragstext »Komplizen« von Anton August Dudda, Student für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Die Produktion feiert am 12. Mai im Jungen Studio Premiere. Drei anonyme Personen auf einem BDSM-Date, die Grenzen klar abgesprochen, die Gesichter verdeckt – was hier in diesem Haus passiert, das bleibt in diesem Haus. Doch was tun, wenn einer der Beteiligten umkommt? Autoerotischer Erstickungstod oder verkehren sich die Rollen, befinden sich auf einmal Täter im Raum? Der Theatertext setzt sich mit dem Sadomasochismus auseinander, betrachtet dessen individual- wie gesellschaftspsychologische Tendenzen, verhandelt dabei die Frage von Anonymität in einer vermeintlich liberalen Gesellschaft, innere Zwänge, Lustgewinn und spielt in teils düsterer Komik nicht zuletzt mit dem Voyeurismus aller Anwesenden.

 

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